Mittwoch, 06.05.2026

Von der Idee zur Revolution

Druckhafte Verhältnisse, wenn das Gebirge also aktiv in den Tunnel hineindrückt, stellen Tunnelbauer vor Probleme. Ein Bauleiter von Implenia hat nun eine revolutionäre Lösung dafür gefunden.

«Wenn man an technische Grenzen stösst, müssen innovative Lösungen entwickelt werden. Dies haben wir beim Semmering-Basistunnel erfolgreich umgesetzt», sagt Manuel Entfellner von Implenia. Konkret ging es um die Situation, dass aufgrund von schwierigen geologischen Verhältnissen der Berg auf den Tunnel drückte. Es drohte eine Beschädigung der Spritzbetondecke. In solchen Situationen werden Stauchelemente als Puffer eingesetzt. Entfellner nahm aber nicht eines der marktüblichen Produkte, sondern entwickelte auf der Basis von wissenschaftlichem geotechnischem Fachwissen ein neues System, das HS-EPS-Stauchelement. Das geringe Gewicht des HS-EPS-Materials im Vergleich zu herkömmlichen Produkten reduziert den Installationsaufwand erheblich, was sich direkt auf die Kosten und den Zeitaufwand auswirkt. Zudem wird die Montage für die Mitarbeitenden dadurch auch sicherer. Darüber hinaus ist die flexible, projektspezifische Anpassung des Spannungs-Dehnungs-Verhaltens durch den variablen Aufbau der Paneele – sie sind in Sandwichbauweise hergestellt – ein wesentlicher Vorteil. Die Grösse der Elemente kann sogar vor Ort angepasst werden. Die HS-EPS-Stauchelemente ermöglichen eine vollflächige Übertragung der tangentialen Kräfte in die Spritzbetonschale und bieten somit einen Kippwiderstand bei hohen differentialen Verformungen. «HS-EPS-Stauchelemente revolutionieren die Art und Weise, wie man im Tunnelbau auf druckhafte Gebirgsverhältnisse reagiert», schreibt Implenia dazu.

Nach mehr als zwei Jahren Tests, Labor- und Feldversuchen haben die HS-EPS-Stauchelemente die technische Produktreife erreicht und werden nach den positiven Erfahrungen im Semmering- Basistunnel gemäss Implenia künftig weltweit eingesetzt.