Unternehmensnachfolge wird nicht zusätzlich belastet
Am Sonntag haben 78 Prozent der Wähler die Juso-Initiative, die eine nationale Erbschaftssteuer einführen möchte, abgelehnt. Die Initiative hätte die Unternehmensnachfolge in der Baubranche erschweren.
Die Initiative der Juso forderte die Einführung einer Steuer auf Stufe Bund. Mit der neuen Steuer würde ein Satz von 50 Prozent auf Nachlasse und Schenkungen gelten, sofern sie die Freibetragsschwelle von 50 Millionen Franken überschreiten.
Familiengeführte Bauunternehmen betroffen
Der SBV hatte die Nein-Parole zur Initiative gefasst und unterstützt. Viele Unternehmen im Bauhauptgewerbe befinden sich im Besitz von Familien. Das Familienvermögen ist grossteils im Unternehmen gebunden und nicht liquide. Bei der Übergabe des Unternehmens von der einen zur nächsten Generation wäre ein hohe Steuerrechnung fällig geworden. Eine PwC-Studie zeigt, dass 80 Prozent aller Familienunternehmen nicht über ausreichend Liquidität verfügen, um die Erbschaftssteuer zu bezahlen. Sie müssten das Unternehmen verkaufen oder hohe Kredite aufnehmen. Zwei von drei Familienunternehmen blieben im Rahmen einer Unternehmensnachfolge nicht oder nur teilweise in Familienhand.
Bereits heute müssen diverse Bauunternehmen schliessen, weil sich kein Nachfolger für den Eigentümer findet. Eine Annahme der Juso-Steuer hätte die Unternehmensnachfolge im Bauhauptgewerbe zusätzlich erschwert.