UV-Strahlung kennt keine Sommerpause und sie braucht keinen blauen Himmel. Auch bei kühlem, bewölktem Wetter kann sie der Haut schaden.
Der Irrtum, der täglich passiert
Es ist kühl, der Himmel leicht bewölkt – kaum jemand denkt an Sonnenschutz. Und trotzdem steht der UV-Index bereits auf Stufe 4. Das gilt auf der internationalen Skala als «mittel», und ab dieser Stufe werden Schutzmassnahmen empfohlen: Schatten suchen, Hut, T-Shirt, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel. Das Tückische: UV-Strahlung ist unsichtbar. Sie hängt nicht am Thermometer. Was zählt, ist der Sonnenstand und der ist in der Schweiz schon ab März kritisch. Wer den Schutz erst bei Hochsommerhitze anordnet, schützt sein Team zu spät.
Was das für die Baustelle bedeutet
Die relevante UV-Saison dauert hierzulande von März bis Oktober – nicht von Juni bis August. Zusätzlich verstärken Faktoren wie Höhenlage, Schnee- oder Wasserreflexion und dünne Bewölkung die Belastung unabhängig vom Datum. Für die Vorgesetzten bedeutet das: Sonnenschutz ist keine Sommermassnahme. Er ist Teil der wöchentlichen Planung, vom frühen Frühling bis in den Herbst.
Welche konkreten Massnahmen helfen
Es ist kein grosses Konzept nötig. Diese Massnahmen verändern den Alltag auf der Baustelle sofort:
1. UV-Index täglich prüfen
MeteoSchweiz veröffentlicht täglich eine UV-Index-Prognose für den nächsten Tag – abrufbar hier: meteoschweiz.admin.ch. Ab Stufe 3 gilt: Schutz ist angesagt. Schon am Vortag kannst du grob planen, am Morgen liefert die aktualisierte Prognose den genauen Wert. Ein kurzer Blick und du bist für den ganzen Tag im Bild.
2. Intensive Aussenarbeiten früh einplanen
Was lässt sich zwischen 7 und 10 Uhr erledigen, bevor die Strahlung ihren Höhepunkt erreicht? Diese Frage ist so relevant wie die Frage nach Material und Werkzeug.
3. Schatten zur Pausenpflicht machen
Ein Zelt, ein Pavillon, eine überdachte Zone: flexibel aufstellbar und ein klares Signal an das Team: Pausen im Schatten sind keine Option, sie sind Standard.
4. Sonnencreme richtig einsetzen und nicht nur bereitstellen
Sonnencreme, die sichtbar auf der Baustelle liegt, wird benutzt. Was man suchen muss, bleibt im Rucksack. Aber es braucht auch die richtige Anwendung:
- LSF mindestens 30, besser 50+
- wasserfest
- mit Schutz vor UVA und UVB
- mehrmals täglich auftragen
5. Kopf und Nacken nicht vergessen
Nase, Ohren, Nacken – das sind die Stellen, die beim Auftragen am häufigsten vergessen gehen und am stärksten exponiert sind. Ein Helm mit Stirnblende (mind. 8 cm) und Nackenschutz schützt zuverlässig. Den Nackenschutz bei starker Hitze regelmässig mit Wasser befeuchten – das senkt die Körpertemperatur spürbar. Lippenschutz mit UV-Filter gehört ebenfalls zur Grundausstattung.
Fazit
Die Saison hat längst begonnen. Die Werkzeuge sind vorhanden: ein täglicher Blick auf den UV-Index, eine kurze Planungsrunde am Morgen, Schatten und Sonnencreme griffbereit.
Was es braucht, ist die Entscheidung, das Thema ernst zu nehmen, bevor der erste Hitzschlag auf der Baustelle diese Entscheidung abnimmt.