Gemeinsam bauen – gemeinsam gewinnen 

«Bauprojekte neu denken – gemeinsam zum Erfolg»

Die Baupraxis steht unter Druck: Projekte werden komplexer, Anforderungen steigen, Spielräume werden enger. Projektallianzen können dabei einen Ansatz bieten, um diesen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen. 

Genau hier setzt der Verein pro-allianz.ch an. Sein Ziel ist es, das kooperative Organisationsmodell der Projektallianz nach SIA 2065 im Schweizer Bauwesen bekannt zu machen und ihren Einsatz zu fördern. Im Zentrum steht der Aufbau einer Begegnungs- und Dialogplattform: Bauherrschaften, Planende und Unternehmerinnen und Unternehmer werden vernetzt, Erfahrungen ausgetauscht und konkrete Fragestellungen aus der Praxis gemeinsam diskutiert. Der Verein schafft Orientierung und begleitet die Branche dabei, die neue Form der Zusammenarbeit zu etablieren, bei welcher der gemeinsame Projekterfolg im Zentrum steht. 

Für die Baumeister bietet die Projektallianz grosse Chancen: Ihr Know-how fliesst frühzeitig in die Planung ein, Lösungen werden gemeinsam entwickelt und Risiken ausgewogen verteilt. Damit verändern sich Rolle, Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten – weg von der reinen Ausführung hin zur aktiven Mitgestaltung. Gleichzeitig wird es einfacher, zu planen und neue Möglichkeiten sowie Qualität und Effizienz direkt mitzuprägen. 

Der kooperative Ansatz der Projektallianz leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität der Branche. Wenn Zusammenarbeit, Verantwortung und Fachwissen stärker in den Vordergrund rücken, werden Berufe im Bau vielseitiger und interessanter – ein wichtiger Aspekt im Wettbewerb um Fachkräfte. 

pro-allianz.ch will diesen Wandel gemeinsam mit der Branche gestalten – im Dialog, praxisnah und Schritt für Schritt. Gerade für Baumeister lohnt es sich, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten und ihre Erfahrung frühzeitig einzubringen. 

Der Verein «pro-allianz.ch Verein zur Förderung von Projektallianzen in der Schweiz» fördert das neue Projektabwicklungsmodell der Projektallianz gemäss SIA-Merkblatt 2065. Er wurde von den Trägerverbänden Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA), Schweizerische Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen suisse.ing und Schweizerischer Baumeisterverband (SBV) gegründet. Ziel ist es, die kooperative Organisationsform der Projektallianz im Bauwesen in der Schweiz bekannt zu machen und ihren Einsatz zu fördern. 

Der Verein «pro-allianz.ch Verein zur Förderung von Projektallianzen in der Schweiz» fördert das neue Projektabwicklungsmodell der Projektallianz gemäss SIA-Merkblatt 2065. Er wurde von den Trägerverbänden Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA), Schweizerische Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen suisse.ing und Schweizerischer Baumeisterverband (SBV) gegründet. Ziel ist es, die kooperative Organisationsform der Projektallianz im Bauwesen in der Schweiz bekannt zu machen und ihren Einsatz zu fördern. 

SVP-Initiative: Inländerförderung und EU-Fachkräfte nötig

Beitragsbild zur SVP-Initiative für Inländerförderung und Fachkräfte in der Schweizer Bauwirtschaft

Trotz massiver Investitionen in Berufsbildung und Nachwuchsförderung bleibt das Bauhauptgewerbe auf qualifizierte Fachkräfte aus dem EU-Raum angewiesen. 

Die Bauwirtschaft investiert heute so stark in die Aus- und Weiterbildung wie selten zuvor. Trotzdem bleibt sie auch in Zukunft auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Genau deshalb empfiehlt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) ein Nein zur sogenannten Nachhaltigkeitsinitiative der SVP, über die die Schweizer Stimmbevölkerung am 14. Juni 2026 abstimmt. 

Grosse Anstrengungen bei Aus- und Weiterbildung 

Das Bauhauptgewerbe hat die Herausforderungen im Bereich Fachkräftesicherung früh erkannt und reagiert. Mit dem Masterplan «SBV-Berufsbildung 2030» läuft seit mehreren Jahren eine umfassende Modernisierung der gesamten Aus- und Weiterbildung. Nach einer breit abgestützten Bedarfsanalyse mit allen wichtigen Akteuren der Branche werden die reformierten Bildungsangebote schrittweise eingeführt. 

Die Reformen tragen den veränderten Anforderungen auf dem Bau gezielt Rechnung. Digitalisierung, nachhaltiges Bauen, neue Bauprozesse sowie moderne Führungsaufgaben prägen den Berufsalltag zunehmend. Gleichzeitig werden die Ausbildungen praxisnäher, flexibler und individueller gestaltet. Eine zentrale Rolle spielt dabei das sogenannte «Workplace Learning»: Lernen direkt im Arbeitsumfeld. Die Branche ist überzeugt, dass praxisnahe Ausbildung und gezielte Begleitung nicht nur die Ausbildungsqualität verbessern, sondern auch die Betriebs- und Branchentreue langfristig stärken. 

Moderne Berufswerbung für eine neue Generation 

Parallel dazu hat das Bauhauptgewerbe seine Berufswerbung in den vergangenen Jahren stark modernisiert. Jugendliche sollen dort erreicht werden, wo sie sich täglich informieren und austauschen – auf Instagram, TikTok, YouTube oder Facebook. Die Kommunikation setzt bewusst auf authentische Einblicke statt auf Hochglanzwerbung. Lernende aus den jeweiligen Regionen treten als Botschafter auf und sprechen Schülerinnen und Schüler direkt an und das im vertrauten Dialekt und in Alltagssprache. Sie zeigen auf, wie modern Baustellen heute sind, welche sichtbaren Projekte entstehen und welche Karrierechancen der Bau bietet. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass Berufe im Bauhauptgewerbe attraktive Löhne und langfristige Perspektiven bieten. 

Inländerförderung allein reicht nicht aus

Trotz grosser Investitionen in Aus- und Weiterbildung kann der künftige Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften nicht allein im Inland gedeckt werden. Die Bauwirtschaft bleibt deshalb auf Baustellenpersonal aus dem Ausland angewiesen. Dank der Personenfreizügigkeit mit der EU können Unternehmen fehlende Fachkräfte gezielt rekrutieren als notwendige Ergänzung zur Förderung der Berufsbildung in der Schweiz. 

Jetzt Nein auf den Stimmzettel schreiben 

Am 14. Juni 2026 entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die Nachhaltigkeitsinitiative der SVP. In vielen Regionen sind die Abstimmungsunterlagen bereits eingetroffen. Wer verhindern will, dass sich der Fachkräftemangel auf dem Bau weiter verschärft, sollte das Stimmkuvert frühzeitig öffnen und ein Nein auf den Stimmzettel schreiben. Denn jedes Nein trägt dazu bei, dem Bauhauptgewerbe auch künftig die dringend benötigten Fachkräfte aus dem Ausland zu sichern. 

SVP-Initiative: Demografischer Wandel verschärft Fachkräftemangel 

Beitragsbild zum Fachkräftemangel in der Schweizer Bauwirtschaft durch demografischen Wandel

Tausende erfahrene Bauarbeiter gehen in den kommenden Jahren in Frührente, während zu wenige Nachwuchskräfte nachrücken. Ohne qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland drohen Verzögerungen bei Wohnungsbau, Infrastruktur und Energiewende. 

Die Schweizer Bauwirtschaft steht vor einer langfristigen demografischen Herausforderung. In den kommenden Jahren werden überdurchschnittlich viele erfahrene Fachkräfte pensioniert, während gleichzeitig zu wenige junge Arbeitskräfte nachrücken. Besonders betroffen sind klassische Baustellenberufe wie Maurer, Vorarbeiter und Polier. 

Eine vom Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) in Auftrag gegebene Fachkräftestudie zeigt das Ausmass der Entwicklung deutlich: Bis 2040 könnten dem Bauhauptgewerbe rund 5600 Fachkräfte fehlen. Das entspricht etwa 16 Prozent des gesamten Fachkräftebedarfs. Anders gesagt: Jede sechste Stelle könnte künftig unbesetzt bleiben. 

Besonders grosse Lücken bei Schlüsselberufen 

Besonders alarmierend sind die Prognosen bei einzelnen Schlüsselberufen. Bereits bis 2030 könnten rund 21 Prozent der benötigten Maurer und 22 Prozent der Vorarbeiter fehlen. Bis 2040 verschärft sich die Situation weiter: Bei den Maurern steigt die prognostizierte Lücke auf rund 31 Prozent. 

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Einerseits tritt die Babyboomer-Generation schrittweise aus dem Arbeitsmarkt aus. Andererseits reicht die Zahl der Lernenden in den Bauberufen nicht aus, um die zahlreichen Pensionierungen ab 60 vollständig zu kompensieren. Auch verlassen nach wie vor viele ausgebildete Fachkräfte die Branche frühzeitig. 

Nachwuchsförderung allein genügt nicht 

Die Bauwirtschaft reagiert zwar mit umfangreichen Ausbildungs- und Bindungsmassnahmen auf diese Entwicklung. Doch selbst diese Gegenmassnahmen können den Mangel nur teilweise abfedern. Gemäss der SBV-Studie könnten entsprechende Massnahmen den Fachkräftemangel bei Maurern bis 2030 lediglich um rund 23 Prozent reduzieren. Vollständig lösen lässt sich das strukturelle Problem damit nicht. 
Der Fachkräftemangel betrifft dabei längst nicht mehr nur einzelne Unternehmen, sondern die gesamte Volkswirtschaft. Fehlen qualifizierte Arbeitskräfte, hat dies direkte Auswirkungen auf zahlreiche zentrale Projekte: Bauprojekte verzögern sich, Wohnraum entsteht langsamer, Infrastrukturprojekte verteuern sich, und die Energiewende kommt langsamer voran. 

Bauwirtschaft bleibt auf EU-Fachkräfte angewiesen 

Für den SBV ist deshalb klar, dass die Branche auch künftig auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sein wird. Gerade die Personenfreizügigkeit mit der EU ermöglicht es den Unternehmen, demografisch bedingte Engpässe wenigstens teilweise auszugleichen. Wer die Zuwanderung stattdessen einschränken will und bei der SVP-Initiative vom 14. Juni 2026 kein Nein auf den Stimmzettel schreibt, verschärft letztlich den bestehenden Fachkräftemangel und schadet dem Bau und der Gesamtwirtschaft. 

Baumeister-Delegiertenversammlung nominiert Christian Wasserfallen als Nachfolger von Zentralpräsident Gian-Luca Lardi

Der Schweizerische Baumeisterverband bereitet die Nachfolge seines Zentralpräsidiums vor: Der amtierende Zentralpräsident Gian-Luca Lardi erreicht Ende Jahr nach zwölf Jahren die statutarische Amtszeitbegrenzung. Die Delegierten des SBV haben sich deshalb an ihrer heutigen Versammlung in Olten dafür ausgesprochen, Christian Wasserfallen als Nachfolger vorzuschlagen. Die definitive Wahl erfolgt an der Generalversammlung des SBV, die am 26. Juni 2026 stattfindet.

Neben Nationalrat Christian Wasserfallen, kandidierten auch Martin Keller, Head Real Estate Switzerland bei Sika, sowie der Walliser Bauunternehmer Manfred Schmid für das Amt. Die Delegierten beschlossen, Wasserfallen der Generalversammlung als offiziellen Wahlvorschlag zu unterbreiten. 

Christian Wasserfallen (44) aus Bern ist Dipl. Masch.-Ing. FH, Präsident Infra Suisse, Mitglied des Zentralvorstands SBV, Präsident des Verwaltungsrates der Walo Bertschinger AG Bern und politisiert für die FDP im Nationalrat.   

Im Hinblick auf sein mögliches künftiges Amt betont Christian Wasserfallen die Bedeutung des Bauhauptgewerbes für die Schweiz: «Das Bauhauptgewerbe leistet einen zentralen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität und Entwicklung unseres Landes. Die Schweiz braucht genügend Wohnraum, leistungsfähige Infrastrukturen und faire Rahmenbedingungen, damit Bauprojekte effizient umgesetzt werden können. Gleichzeitig müssen wir gezielt in die Ausbildung von Fachkräften investieren und die digitale Transformation so gestalten, dass sie echte Produktivitätsgewinne bringt, insbesondere auch für unsere KMU.» 

Die Wahl von Christian Wasserfallen steht unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Generalversammlung des Schweizerischen Baumeisterverbands vom 26. Juni 2026. Der aus Poschiavo stammende Gian-Luca Lardi präsidiert den Schweizerischen Baumeisterverband seit 2015 und gibt sein Amt Ende 2026 ab. 

Medienanfragen?

Das Medienteam des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) unterstützt Sie bei Medienanfragen. Hier finden Sie Medienmitteilungen, Hintergründe, Statements und die direkten Ansprechpersonen auf einen Blick.

Hochbau startet stark ins Jahr 2026

Das Schweizer Bauhauptgewerbe verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein deutliches Wachstum: Der Umsatz stieg um 5,6 Prozent auf über 4,9 Milliarden Franken. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem der anhaltend starke Wohnungsbau sowie zahlreiche öffentliche Hochbauprojekte. Die steigenden Energie- und Materialkosten dämpfen jedoch das Wachstum im Tiefbau.

Erfreulicher Beginn im 2026  

Die Bautätigkeit ist im ersten Quartal um 5,6 Prozent auf über 4,9 Milliarden Franken gewachsen. Die kräftige Zunahme ist auf den Hochbau zurückzuführen. Der rege Wohnungsbau der vergangenen Quartale hat sich fortgesetzt. Das tiefe Zinsniveau und geringe Leerstände treffen weiterhin auf eine hohe Nachfrage – ein Umfeld, das den Wohnungsbau zusätzlich antreibt. Der Arbeitsvorrat lag Ende März 14,6 Prozent höher als noch ein Jahr zuvor. Die Geschwindigkeit im Wohnungsbau ist hoch, dennoch werden bei weitem nicht die benötigten 50’000 Wohnungen pro Jahr erreicht.  

Der öffentliche Hochbau hat viele Aufträge in den letzten Quartalen vergeben, insbesondere für Bildungs- oder Gesundheitseinrichtungen. Entsprechend ist auch in diesem Bereich ein erfreuliches Umsatzplus zu verzeichnen. Der Wirtschaftsbau ist angesichts der schleppenden Schweizer Konjunktur tendenziell rückläufig und volatil. Das Anfangsquartal hat der Wirtschaftsbau überraschend positiv abgeschlossen, die Aussichten bleiben aber negativ. Einzig die gestiegenen Energiekosten setzen für die Baubranche einen Hoffnungsschimmer, denn Unternehmen erhalten dadurch einen Anreiz, mittels Gebäudedämmung ihren Energieverbrauch zu reduzieren.

Zinsen als grösstes Risiko

Der Krieg in Nahost hat dazu geführt, dass sich Erdöl und Erdgas deutlich verteuert haben. Weit grössere negative Auswirkungen auf die Baubranche hätte indes ein Zinsanstieg. Denn ein höherer Ölpreis verteuert grossflächig viele Güter und Dienstleistungen. Derzeit schätzt der SBV das Risiko eines Zinsanstiegs aber als gering ein. Die Prognoseinstitute rechnen mit einer Inflation von rund 0,5 Prozent in diesem Jahr und für das kommende Jahr mit lediglich leicht höheren Werten, zu wenig, als dass ein Eingriff der Notenbank notwendig wäre.

Zu einem anderen Bremsfaktor könnten sich aber die höheren Baukosten entwickeln. Schliesslich haben sich die Transportkosten verteuert und einige Baumaterialien sind zunehmend von Teuerungszuschlägen betroffen. Wie zu Beginn des Ukrainekriegs werden die Baukosten zwar voraussichtlich ansteigen, jedoch in viel geringerem Ausmass.

Unklare Aussicht im Tiefbau

Die Auswirkungen auf den Hochbau bleiben sehr begrenzt, darauf deutet der Bauindex hin. Der Hochbau dürfte in den nächsten Quartalen demnach weiterhin erfreulich wachsen. Im Tiefbau trifft die aktuelle Lage den Belagsbau als Folge der stark gestiegenen Bitumenpreise. Der Umsatz im Tiefbau stagnierte denn auch im ersten Quartal 2026. Die Bauindex-Prognose geht für den Rest des Jahres von einem tieferen Umsatzwachstum als bislang aus. Die höheren Einkaufskosten können die Gewinnmarge erheblich senken, falls vertraglich die Teuerungsvergütung ausgeschlossen wurde. 

Explizit ist festzuhalten, dass es sich beim Baumaterialmangel derzeit um kein weit verbreitetes Problem handelt. Laut Daten der KOF melden derzeit nur rund 6 Prozent der Bauunternehmen Probleme bei der Verfügbarkeit. Zum Höhepunkt des Ukrainekriegs waren es noch 50 Prozent.

Die Frau, die den Bau neu denkt

Bianca Weber-Lewerenz, KI-Expertin der Bauwirtschaft, spricht über Digitalisierung und nachhaltiges Bauen

Sie spricht die Sprache der Poliere und die der Datenwissenschaftler. Als KI-Expertin für das Bauwesen zeigt Bianca Weber-Lewerenz am Tag der Bauwirtschaft, wie digitale Werkzeuge den Fachkräftemangel lindern und Nachhaltigkeitsziele erreichbar machen.

Bianca Weber-Lewerenz kennt beide Welten: Die Realität der Baustelle und die Logik der Algorithmen. Als eine junge Frau, die für ihre Maurerausbildung noch eine Sondergenehmigung benötigt, kennt sie die Baubranche von der Pike auf und ist heute als selbstständige Bauingenieurin eine gefragte Digitalisierungs- und KI-Expertin im Bauwesen. Sie gehört zur Generation von Fachleuten, die Technik nicht nur plant, sondern neu denkt. Denn für Weber-Lewerenz bedeutet Digitalisierung mehr als bloss Technik und Selbstzweck, sie ist für sie ein Befreiungsschlag für die Baubranche. 

Schon früh entwickelte sich bei ihr ein Interesse für digitale Prozesse, automatisierte Abläufe und die Frage, wie sich komplexe Bauprojekte effizienter bauen lassen. Wo vielerorts die Digitaldiskussion erst richtig in Gang kam, beschäftigte sich Bianca Weber-Lewerenz bereits mit datengetriebenen Entscheidungsmodellen und dem Einsatz der KI zur Optimierung von Bauabläufen. «Technologie muss Probleme lösen – nicht neue schaffen», lautet einer ihrer Leitsätze. Bianca Weber-Lewerenz ist überzeugt, dass die Bauwirtschaft einem Strukturwandel gegenübersteht: Fachkräftemangel, steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Kostendruck zwingen zu neuen Lösungsansätzen. Dabei sind digitale Werkzeuge und Künstliche Intelligenz entscheidenden Wettbewerbsfaktoren. 

Vertrauen in die digitale Technik 

In ihrem Buch «Wertakzente in Bauwesen 4.0» beschreibt sie, welche tiefe Einschnitte die rasante technologische Entwicklung von KI bewirkt und wie Mensch, Gesellschaft und Umwelt betroffen sind. Dabei müsse sich, so Weber-Lewerenz, das Bauwesen als Branche mit hoher volkswirtschaftlicher Treibkraft, besonders damit auseinandersetzen, wie sie die Nachhaltigkeitsziele erreichen wolle. Ob der Baubranche dies gelingt, hängt gemäss Bianca Weber-Lewerenz davon ab, dass Potenziale richtig erkannt und genutzt sowie Risiken definiert und Folgen abgeschätzt werden. Sie ist überzeugt, dass Technologien mutig, sowie sinnvoll entwickelt und eingesetzt werden müssen: «Die digitalen Technologien und KI sollen Menschen in ihrer Arbeit sicherer und effizienter machen und sie unterstützen. Nur wenn die Vorteile und Chancen erkannt werden, kann der Mensch Vertrauen zu diesen Techniken fassen», schreibt sie in ihrem Buch. 

Drei Kandidaten für das SBV-Präsidium

An der diesjährigen Mitgliederversammlung des SBV wird der neue Zentralpräsident gewählt. Drei Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Gian-Luca Lardi, der seit 2015 an der Spitze des Verbandes stand und sein Amt auf Ende Jahr abgibt. Die SBW stellte Martin Keller, Christian Wasserfallen und Manfred Schmid drei gleiche Fragen zu den grössten Herausforderungen der Baubranche und wie diese zu lösen sind.

Martin Keller

Was sind aus Ihrer Sicht die drei grössten Herausforderungen der Branche?

Die drei grössten Herausforderungen sind für mich der Fachkräftemangel, die Bauverzögerungen und die ungleichen langen Spiesse innerhalb der Baubranche.

Wie wollen Sie diese angehen? Welche Lösungen sehen Sie?

Sicherung Nachwuchs: Es wird für unsere Mitglieder immer schwieriger, junge Menschen für unsere tollen Berufe zu begeistern. Die Aus- und Weiterbildung im Bauhauptgewerbe ist deshalb weiter zu stärken und der Quereinstieg zu fördern. Ausserdem müssen die Arbeitsbedingungen etwas dem Zeitgeist angepasst werden. Die Mitarbeiter sind das Kapital unserer Firmen und sie wollen sich wertgeschätzt fühlen. Schnellere Bewilligungen: Immer häufiger führen Einsprachen und bürokratische Hürden zu Verzögerungen in Bauprojekten. Wir müssen vermehrt ein Bewusstsein für die Bedeutung effizienter Genehmigungsprozesse schaffen und uns aktiv für gesetzliche Änderungen einsetzen, die die Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen – und das auf allen politischen Ebenen. Gleich lange Spiesse: Fairness ist, wenn alle, die im Bauhauptgewerbe ihre Dienstleistungen anbieten, die gleichen Voraussetzungen haben. Lohndumping, illegale Beschäftigungen und Konkursreiterei sind zu bekämpfen. Hierzu muss umfassend aufgeklärt werden und die Konsequenzen müssen bekannt sein.

Was ist Ihnen in der Verbandsarbeit besonders wichtig?

Bottom-up vor Top-down: Die Schweiz lebt vom Föderalismus, das darf auch beim SBV so sein. Entscheidungen sollen nicht nur von oben nach unten getroffen werden. Denn: Wer an der Basis arbeitet, kennt die Bedürfnisse der Branche am besten. Selbstbewussteres Auftreten: Das Bauhauptgewerbe leistet nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität der Schweiz, sondern ist auch entscheidend für die soziale Infrastruktur und die regionale Wertschöpfung. Wir dürfen stolz sein auf unsere Leistungen und müssen diese aktiver nach aussen tragen. So bekommen wir die Anerkennung, die wir verdienen. Dialog statt Konfrontation: Sozialpartnerschaft funktioniert nur, wenn ein stabiler Dialog gepflegt wird – einer, der auf Sachlichkeit, gegenseitigem Respekt und vor allem Weitsicht basiert. Regelmässige Gespräche werden helfen, Missverständnisse auszuräumen und gemeinsame Lösungen zu finden.

Christian Wasserfallen

Was sind aus Ihrer Sicht die drei grössten Herausforderungen der Branche?

Bauprojekte zu fairen Preisen ermöglichen: Die Realisierung von ausreichendem Wohnraum und Infrastrukturen stockt. Verschiedene Rahmenbedingungen und Einsprachen verhindern gezielte Investitionen. Leistungsfähige Infrastrukturen sind unabdingbar für die Zukunft. Genügend Fachkräfte für die Branche sichern und ausbilden. Digitale Transformation als Chance: Dabei geht es nicht nur um Digitalisierung an sich, sondern um echte Produktivitätsgewinne in der Branche und Qualität, statt zusätzlicher Aufwände ohne Nutzen.

Wie wollen Sie diese angehen? Welche Lösungen sehen Sie?

In der Raumplanung braucht es mehr Möglichkeiten für Einzonungen. Der Denkmalschutz (Stichwort ISOS) ist auf seinen Kerngehalt zu reduzieren und missbräuchliche Einsprachen sind zu eliminieren. Der neue LMV ist stetig auf seine Wirksamkeit zu prüfen. Infrastrukturprojekte im Rahmen der Vorlage «Verkehr ‘45» müssen in allen Regionen rasch realisiert werden. Beim Zuschlag sollen jene Projekte berücksichtigt werden, die das vorteilhafteste Angebot und nicht den billigsten Preis offerieren. Im Fachkräftebereich benötigen wir ein starkes Berufsmarketing, wie die Plattform bauberufe.ch, den aktiven Einbezug z.B. von Eltern und Lehrpersonen sowie moderne und attraktive Berufsbilder, die u.a. Quereinsteiger anziehen. Neue Instrumente wie BIM sind nur dann wirksam, wenn klare Regeln und Normen für alle Beteiligten gelten – von Bauherren über Planer bis hin zu Ingenieuren und Unternehmern. Lösungen messe ich daran, ob sie KMU-tauglich sind.

Was ist Ihnen in der Verbandsarbeit besonders wichtig?

In der Verbandsarbeit sind Geschlossenheit und der Rückhalt in allen Regionen entscheidend. Der SBV schafft einen Mehrwert für seine Mitglieder und tritt als gewichtiger Opinionleader auf – gut vernetzt auf Bundesebene mit Dachverbänden, Parlament und Verwaltung. Mein Leistungsausweis als Präsident von Infra Suisse und die vertieften Branchen- und Dossierkenntnisse bilden dafür eine solide Grundlage. Die Bundeshausmechanik verstehe ich und diese will ich für unsere Interessen auf Basis fundierter Positionen einsetzen.

Manfred Schmid

Was sind aus Ihrer Sicht die drei grössten Herausforderungen der Branche?

Der Zusammenhalt im Verband ist eine der grössten Herausforderungen. Die Schweiz ist föderal geprägt, jede Region hat eigene Bedürfnisse, und trotzdem muss der SBV geschlossen auftreten. Die Rahmenbedingungen und die zunehmende Regulierung setzen die Branche unter Druck. «Netto Null 2050» verlangt hohe Investitionen, besonders für KMU, und zusätzliche Auflagen erschweren die Praxis. Eine weitere Herausforderung ist die Ausbildung. Der Masterplan 2030 gibt die Richtung vor, doch die Suche nach Lernenden bleibt anspruchsvoll.

Wie wollen Sie diese angehen? Welche Lösungen sehen Sie?

Der Zusammenhalt lässt sich stärken, wenn die Regionen ernst genommen und einbezogen werden. Als jemand aus einem zweisprachigen Kanton kenne ich die Sensibilitäten der Sprachregionen und sehe mich als Brückenbauer. Ich will präsent sein und in Zürich Führungsverantwort übernehmen. Die Rahmenbedingungen können wir nur beeinflussen, wenn wir uns politisch einbringen. Die SUVA ist ein Beispiel: Unsere Vertreter in den SUVA‑Gremien müssen kritisch auftreten. Bei einem Solvenzquotienten von 190 % weit über dem gesetzlichen Minimum stellt sich die Frage, ob die Branche zu viel bezahlt. Rückvergütungen und Anpassungen müssen geprüft werden. Die Ausbildung bleibt zentral. Mittel von 1.6 Mio. sind gesprochen, die Ausbildungszentren leisten gute Arbeit und müssen weiter gestärkt werden, damit die Ausbildung modern und praxisnah bleibt.

Was ist Ihnen in der Verbandsarbeit besonders wichtig?

Transparenz gegenüber Sektionen und Mitgliedern ist für mich zentral, weil sie Vertrauen schafft. Delegierte sollen Unterlagen vollständig und rechtzeitig erhalten, damit genügend Zeit bleibt, komplexe Themen zu besprechen. Ich möchte als Präsident sichtbar bleiben und Anliegen direkt vor Ort aufnehmen. Ohne bestehende Seilschaften kann ich unabhängig handeln. Der SBV soll klar als Unternehmerverband auftreten. Mit über 20 Milliarden Umsatz und 90 000 Arbeitnehmenden sind wir systemrelevant und müssen selbstbewusst auftreten. Die Gespräche während meiner Tour haben mir gezeigt, wie aktiv unser Verband ist und bestärken mich, diese Aufgabe anzunehmen.

Weniger Regeln ermöglichen mehr Wohnungsbau

Der Wohnungsbau in der Schweiz steckt fest. Zwei Jahre nach Inkrafttreten des Aktionsplans Wohnungsbau des Bundes sinken die Leerwohnungsziffern in diversen Städten und Agglomerationen weiter. Trotz hoher Nachfrage und einer deutlichen Zunahme der Baubewilligungsgesuche wird zu wenig neuer Wohnraum geschaffen.

Wichtige Gründe dafür sind einerseits die stetig zunehmende Regulierungsdichte im Planungs- und Baurecht: Dabei handelt es sich um über 140 000 Vorschriften, die unnötige Kosten von 1,7 Milliarden Franken jährlich verursachen. Andererseits gibt es immer mehr Einsprachen gegen Bauprojekte und zu lange Baubewilligungsverfahren, in denen vorgegebene Fristen immer wieder unterbrochen werden.

Das Raumplanungsgesetz (RPG 1) verhindert sinnvollerweise die Zersiedelung. Der SBV unterstützt dieses Ziel. Unterschätzt wurden jedoch die Auswirkungen auf die Wohnungsknappheit. Mit dem RPG 1 haben wir uns eine künstliche Verknappung des Baulandes auferlegt und uns vorgenommen, die bestehenden Siedlungsflächen konsequenter zu nutzen und aufzuwerten. Wenn wir es nicht schaffen, die geforderte Innenentwicklung umzusetzen und gleichzeitig die Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen immer länger und die Leerwohnungsziffern immer tiefer werden, stellt dies schlussendlich das RPG 1 selbst infrage. Um dies zu verhindern, braucht es nun konsequentes Handeln.

«Mit dem Raumplanungsgesetz haben wir uns eine künstliche Verknappung des Baulandes auferlegt.»

Eine Expertenbefragung im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) hat ergeben, dass Einsprachen und Rekurse die grössten Hürden für den Bau von Wohnungen sind. In der Stadt Zürich etwa wird gegen 70 Prozent der Baugesuche Einsprache erhoben. Gemäss einem Bundesgerichtsbeschluss aus dem Jahr 2011 besteht im Bauwesen heute de facto ein Populäreinspracherecht: Nahezu jede Person kann Einsprache erheben, selbst ohne direkte Betroffenheit, und diese mit materiell irrelevanten Argumenten begründen. Beide Aspekte gilt es zu korrigieren.

Berechtigte Einsprachen sollen weiterhin möglich sein, aber nur von Direktbetroffenen, die tatsächlich schutzwürdige Eigeninteressen geltend machen können. Gegen missbräuchliche Einsprachen würden eine Kostenbeteiligung sowie eine Schadenersatzpflicht helfen. Beide Anliegen werden durch entsprechende Vorstösse im nationalen Parlament aufgegriffen und vom SBV unterstützt. In mehreren Kantonen bestehen bereits Regelungen, welche die Erhebung von Gebühren und/oder Schadenersatz bei missbräuchlichen Einsprachen vorsehen. Der SBV würde es begrüssen, wenn die anderen Kantone ebenfalls solche Möglichkeiten schaffen und diese auch konsequent anwenden würden.

Hinzu kommt, dass diverse kantonale Baurechte noch auf das Bauen auf der grünen Wiese ausgerichtet sind und Verdichtung ungewollt verhindern. Abstandsvorschriften, Regelungen zum Schattenwurf oder der sogenannte Mehrlängenzuschlag erschweren innerstädtische Projekte erheblich. Nun gibt es hoffnungsvolle Bestrebungen, dies zu ändern. Der Kanton Zürich schlägt vor, sein Planungs- und Baugesetz zu revidieren. Baubewilligungen sollen flexibler, veraltete Paragrafen gestrichen und Verfahren vereinfacht werden, beispielsweise indem kleinere Bauprojekte den Behörden nur noch gemeldet und nicht mehr zur Bewilligung vorgelegt werden müssen.

«In der Stadt Zürich wird gegen 70 Prozent der Baugesuche Einsprache erhoben.»

Im Kanton Zug haben mehrere Gemeinden sogenannte weisse Zonen eingerichtet. Wenn Wohnungsnot herrscht, werden diverse Bauvorschriften gelockert, bis wieder ausreichend Wohnungen gebaut wurden und zur Verfügung stehen. Die betroffenen Anwohnenden haben darüber demokratisch abgestimmt und die weissen Zonen unterstützt. Andere Kantone und Gemeinden sollten diesem Beispiel folgen. In Anlehnung an das Vorgehen im Kanton Zug und vor dem Hintergrund der seit Jahren anhaltenden Wohnungsknappheit in zahlreichen Kantonen stellt sich sogar die Frage eines Notstandsgesetzes auf Bundesstufe. Die Kantone sollten dazu verpflichtet werden, in ihren Richtplänen Gebiete zu definieren, in denen im Falle einer Wohnungsnot bestimmte Vorschriften wie zum Beispiel die Ausnützungsziffer aufgehoben würden, bis die Leerwohnungsziffer wieder über 1 Prozent ist.

Schliesslich besteht ein wichtiger Hebel in der Verwendung aktueller statistischer Daten. Das RPG 1 sieht vor, dass Siedlungen nach innen wachsen, also verdichtet werden sollen, um Grünflächen zu schonen und die Zersiedelung zu stoppen. Dennoch stehen die Gemeinden in der Pflicht, ausreichend Bauland für das voraussichtliche Bevölkerungswachstum der nächsten 15 Jahre zu planen und bereitzustellen. Sie stützen sich dabei auf die Prognosen des Bundesamts für Statistik (BFS). Eine einmalige Planung genügt jedoch nicht, denn die Prognose unterschätzt den tatsächlichen Bevölkerungsbestand nach 15 Jahren um 8,8 Prozent. Das BFS aktualisiert seine Prognosen bereits alle fünf Jahre, der Fehler sinkt dadurch auf nur 0,2 Prozent. Die Kantone und Gemeinden sollten daher ihre Planung nicht nur einmal alle fünfzehn Jahre durchführen, sondern sie alle fünf Jahre gemäss den neuesten BFS-Prognosen aktualisieren. Genauere und aktuellere Prognosedaten können rechtzeitig Massnahmen zur Einzonung von Bauland auslösen und so die Wohnungsknappheit abfedern.

Weniger Regulierung und weniger Einsprachemöglichkeiten bedeuten nicht weniger Qualität, sondern mehr Wohnraum, mehr Effizienz und mehr Handlungsspielraum für eine nachhaltige Innenentwicklung. Nur mit klaren, schlanken und widerspruchsfreien Regeln lässt sich der Wohnungsbau ermöglichen und das RPG 1 langfristig erfolgreich umsetzen. Dafür setzen wir uns ein.

Dieser Beitrag erschien zuerst in Die Volkswirtschaft am 10. März.

«Wir bauen Zukunft»

Innovationen sind für die Unternehmen des Bauhauptgewerbes ein grosses Thema. Sie prägen viele realisierte Projekte. Was sagen Baufirmen dazu?

Patrick Hofstetter, Geschäftsführer/Inhaber Hofstetter AG:

Wir schauen immer herum, welche Innovationen es auf dem Markt hat. Aktuell interessiert uns der 3D Betondruck, weswegen ich sogar auf Linkedin geschrieben habe: «Wer baut mit uns das erste Wohnhaus der Schweiz mit einem 3D-Betondrucker?» Dabei bezog ich mich auf ein bereits realisiertes Bauprojekt in Frankreich. Natürlich steht fest, dass man als Unternehmen nur auf den 3D-Druck setzen kann, wenn man in Sachen Digitalisierung die Hausaufgaben gemacht hat. Bei den Innovationen ist es immer eine Gradwanderung, weil man nicht immer derjenige sein kann, der vorausrennt und sich den Kopf anschlägt, man darf aber auch nicht ins Hintertreffen geraten. Auch ein kleines Bauunternehmen wie wir kann innovativ sein, wenn es aufmerksam verfolgt, was die Zukunft bringen könnte.

Andreas Lee, Geschäftsführender Gesellschafter sowie Verwaltungsrat Bischoff Bau AG:

Wir bauen Zukunft – weil Innovation bei der Bischoff Bau AG einen hohen Stellenwert hat. Unsere gelebte Innovationsfreude prägt unsere Zusammenarbeit, die mit anderen Akteuren der Baubranche und schlussendlich auch unsere Projekte.

Stefanie Jöhr, Mitglied des Verwaltungsrates BWT Bau AG:

Bei Innovationen spielen für uns die Mitarbeitenden eine wichtige Rolle. Wenn sie eine gute Idee haben, können sie sie einbringen. Die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat prüft sie und unterstützt, wenn der Vorschlag gut ist, die Implementierung. Wichtig ist, dass die GL und der Verwaltungsrat geschlossen hinter der Innovation stehen, denn bei den Mitarbeitenden gibt es bekanntlich häufig Widerstände, wenn Bekanntes verändert wird.

Luc Giroud, Direktor Technik und Innovation, Groupe Grisoni:

Innovation ist seit mehreren Jahrzehnten einer der Motoren unserer Gruppe. Sie ist untrennbar mit dem Unternehmergeist unserer Teams verbunden, die Tag für Tag dazu beitragen, Lösungen für zahlreiche, oft komplexe Herausforderungen in einem sich wandelnden Umfeld zu finden. Wir fördern das Testen von Methoden, Techniken und Prototypen im Massstab 1:1 auf unseren Baustellen und setzen dann alles um, was einen Mehrwert bringen kann, sei es in Bezug auf Umwelt, Sicherheit, Qualität oder Finanzen. Gleichzeitg bewahren wir das, was die Stärke unseres Unternehmens ausmacht: das menschliche Know-how.

Im Zeichen der Bauherrschaft

Am 26. Juni wird der Campus Sursee in Luzern zum Zentrum der Schweizer Baubranche. Unter dem Motto «Brennpunkt Bauherr» lädt der SBV mit dem Tag der Bauwirtschaft zum wichtigsten Netzwerkanlass des Jahres.

Am 26. Juni treffen sich im Campus Sursee die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus der gesamten Bauwirtschaft zum Austausch. Der Netzwerkanlass steht unter dem Motto «Brennpunkt Bauherr». Die Branche ist in vielen Bereichen gefordert. Sie muss sich diesen Herausforderungen stellen und diese anzugehen. Einige für die Zukunft entscheidende Fragen betreffen unter anderem das Zusammenwirken der Akteure: Wie lassen sich Prozesse vereinfachen? Welche Kooperationsformen versprechen Erfolg? Welche Verantwortung tragen Projektbeteiligte betreffend Nachhaltigkeit, Qualität und Arbeitssicherheit?

Der Tag der Bauwirtschaft bietet Gelegenheit, diese Zusammenarbeit vertieft zu diskutieren. In Referaten und Gesprächen zeigt der SBV auf, wie Prozesse vereinfacht, Kooperationen gestärkt und gemeinsame Ziele erreicht werden können. Durch das Tagesprogramm führt die Moderatorin und Kommunikationsexpertin Mascha Santschi Kallay. Der SBV konnte eine Reihe bekannter Expertinnen und Experten gewinnen. Bestätigt sind (in alphabetischer Reihenfolge):

Pierre Broye: Er ist der Vorsitzende der Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren KBOB. Er leitet deren Vorstand und vertritt die Interessen der KBOB gegenüber anderen Institutionen und der Bauwirtschaft. Zudem amtet er als Direktor des Bundesamtes für Bauten und Logistik BBL.

Dr. Armin Hartmann: Der designierte Regierungspräsident Kanton Luzern 2026/27 ist seit 2023 Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern. Davor politisierte er 16 Jahre lang im Kantonsrat, die letzten drei Jahre als Fraktionspräsident der SVP. Mehrere Jahre präsidierte er den Hauseigentümerverband (HEV) Luzern und engagierte sich im Vorstand des HEV Schweiz. Der promovierte Volkswirt war von 2007 bis 2023 selbstständig tätig und Inhaber einer Beratungsfirma.

Philip Keil: Pilot, Autor und TV-Luftfahrtexperte. Was können Unternehmen von der Luftfahrt lernen? Philip Keil wird aus der Praxis über Führung und Entscheidungsfindung, Teamwork und Kommunikation, Umgang mit Veränderung sowie positive Fehlerkultur berichten. Er wurde mehrfach international ausgezeichnet und zählt zu den Top- 100-Rednern Europas.

Bianca Weber-Lewerenz: Sie ist Bauingenieurin und Digitalisierungs-/KI-Expertin im Bauwesen. Bianca Weber-Lewerenz ist die Frau an der Schnittstelle zwischen Bau, Künstlicher Intelligenz und Werten. Seit bald 20 Jahren ist sie im In- und Ausland für Grossprojekte tätig. Seit 2019 forscht und publiziert Weber-Lewerenz zum Thema «Verantwortungsvolle Digitalisierung im Bauwesen».

Andrea Wucher:  VRP Messepark Bern AG, Unternehmerin und Verwaltungsrätin diverser Organisationen, CEO und Gesellschafterin CONSIGA Schweiz, Ausbildungscoach HF Bauführung. Andrea Wucher ist bekannt für ihre vielseitige Karriere in verschiedenen Branchen, darunter Bau, Digital Signage und Metallbau. Als CEO der Weiss + Appetito Holding war sie eine der wenigen weiblichen Führungskräfte in der Baubranche. Heute ist sie in diversen Bereichen tätig, beispielsweise im Metallbau in Österreich, im Aluminium- und Stahlbereich in der Slowakei, in der Unternehmensberatung und hat mehrerer Verwaltungsratsmandate inne.

Tag der Bauwirtschaft

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Volksabstimmung vom 8. März 2026: Nein zur Klimafonds-Initiative!

Höhere Steuern, mehr Schulden: Nein zum Klimaschuldenfonds

Am Sonntag 8. März 2026 wird die Bevölkerung über die Volksinitiative der SP und der Grünen für einen Klimafonds abstimmen. Der SBV empfiehlt, diese extreme und kostspielige Initiative abzulehnen.

Die Initiative will den Klimaschutz und die einheimische Energieproduktion durch zusätzliche öffentliche Investitionen stärken, um die Klimaerwärmung und ihre Folgen im Einklang mit den internationalen Klimaübereinkommen zu bekämpfen. Dazu soll ein Fonds eingerichtet werden, der aus dem Bundeshaushalt gespeist wird. Jährlich sollen Mittel in der Höhe von 0,5 bis 1 Prozent des Bruttoinlandprodukts in den Fonds fliessen. Dies würde sich im möglichen Einführungsjahr 2030 schätzungsweise auf 4,8 bis 9,5 Milliarden Franken belaufen.

Für der SBV geht die Initiative zu weit. Die Schweiz hat bereits im Klimaschutzgesetz (KlG) den Weg zur Erreichung ihres Netto-Null-Emissionsziels bis 2050 festgelegt und die Instrumente im CO₂-Gesetz sowie im Energie- und Stromversorgungsgesetz gezielt weiterentwickelt. Es gibt bereits eine Vielzahl von Instrumenten dank der zahlreichen Spezialgesetze mit spezifischen Zielen und Bedürfnissen.

Die Schaffung eines solchen Fonds ist unverhältnismässig. Schon heute wendet der Bund jährlich mindestens 14 Milliarden Franken direkt und indirekt für die Dekarbonisierung auf (ohne die Ausgaben der Kantone mitzurechnen). Die Initiative würde zu einer Neuverschuldung des Bundes führen und die in der Verfassung verankerte Schuldenbremse schwächen. Der Bund sieht sich bereits mit einem Ausgabenproblem konfrontiert und muss in den kommenden Jahren drastisch sparen. Würde man die Fondsmittel hingegen mittels Mehreinnahmen finanzieren, wären für die Umsetzung der Initiative voraussichtlich Steuererhöhungen notwendig, die Haushalte und Unternehmen belasten können. Dies wäre untragbar und sollte unbedingt vermieden werden.

Der SBV und die Wirtschaft empfehlen die Ablehnung der Initiative, um die Attraktivität unserer Wirtschaft und unserer Unternehmen zu erhalten.

Mehr Argumente

Technik & Betriebswirtschaft – Daten und Tools 2026 verfügbar

Technik & Betriebswirtschaft – Daten und Tools 2026 verfügbar

Die im Zusammenhang mit der Kostenermittlung und -abrechnung stehenden Produkte sind aktualisiert. Die neuen Daten stehen ab sofort zur Verfügung.

Kalkulationshilfen für Regiearbeiten

Die neue Ausgabe der Kalkulationshilfen für Regiearbeiten umfasst rund 7’000 Positionen zu Materialien, Maschinen, Geräten, Betriebsmaterialien, Werkzeugen und Fremdleistungen. Die Materialpreise stützen sich auf aktuelle Lieferantenangaben und berücksichtigen die Teuerungsprognosen für 2026.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigen die Materialpreise zwar gewisse Schwankungen, insgesamt jedoch kaum eine markante Teuerung. Eine Ausnahme bilden die Treibstoffpreise, die gegenüber dem Vorjahr gesunken sind.

Tool Regielöhne (RL-Tool)

Da die Kalkulationshilfen für Regiearbeiten keine Lohnansätze enthalten, stellt der SBV seinen Mitgliedern ein Tool zur Verfügung, mit dem sich betriebsspezifische Regielohnansätze einfach und zuverlässig ermitteln lassen. Das aktualisierte Tool steht Mitgliedern kostenlos zur Verfügung und bietet zahlreiche statistische Auswertungen – insbesondere detaillierte Lohnstatistiken nach Lohnklassen und Kantonen.

Inventardaten IGD; BIV, SBIL

Die Inventardaten umfassen «Inventargrunddaten» (IGD), die «Betriebsinterne Verrechnungsansätze» (BIV) und die «Schweizerische Bauinventarliste» (SBIL). Sie wurden selektiv überarbeitet und aktualisiert.

Kalkulationsschema (BK-Tool)

Bei der Festlegung des Kalkulationslohns unterstützt das BK-Tool mit umfassender Automatisierung, zahlreichen statistischen Kennwerten und hilfreichen Hintergrundinformationen. Die neue Ausgabe berücksichtigt die aktuelle Lohnstatistik, die Veränderungen bei den Lohnnebenkosten und Regelungen im Zusammenhang mit dem neuen LMV.

Standardanalysen / NPK

Für die Kalkulation von Normpositionen der wichtigsten Baumeisterkapitel (NPK) stehen rund 16’600 Kalkulationsanalysen zur Verfügung. Grundlage dafür sind die mitgelieferten Kostenelemente:

  • 140 spartenbezogene Löhne
  • 4600 Materialien
  • 1900 Maschinen, Geräte, Betriebsmaterial und Werkzeuge

Der Aufbau der Standardanalysen ermöglicht eine effiziente Anpassung für die betriebs- und objekt-spezifische Kostenermittlung.

  • Neuausgabe NPK 113

Das Kapitel «Baustelleneinrichtung» wurde erneuert. Die Gliederung des zuletzt 2014 überarbeiteten Kapitels blieb fast unverändert. Der Abschnitt 900 wurde in den Abschnitt 100 verschoben, indem z.B. die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz aufgeführt ist.

Baustellenspezifischen Schutzmassnahmen, d.h. Schutzmassnahmen für mehrere Unternehmer, sind neu detailliert zu beschreiben. Dadurch werden Schutzmassnahmen quantifizierbar, erfüllen den Anspruch der Bauarbeitenverordnung (BauAV) und ermöglichen eine faire Leistungsbeschreibung. Neue Positionen gibt es zudem für Leistungen «ausserhalb der Dauer der Leistungen des Unternehmers».

  • Neuausgabe NPK 114

Das Kapitel «Arbeitsgerüste» wurde an die überarbeitete BauAV, die Merkblätter der SUVA und die Norm 118/222 «Allgemeine Bedingungen für den Gerüstbau» angepasst. Damit individuell erstellte Kalkulations-analysen der früheren Ausgabe wiederverwendet werden können, hilft eine Verknüpfungsliste die Zuordnung herzustellen.

Lohnkostenänderungen und Personalkostenindex

Die Personalkostenindex berücksichtigt die mittleren Löhne gemäss Lohnerhebung 2025 sowie die Lohnnebenkosten zuzüglich der Teuerung als Folge der Anpassungen im neuen LMV. Die Publikation der Indizes erfolgt nach der Prüfung durch die KBOB gegen Ende Februar 2026.

§Weitere Auskünfte erteilt die Hotline von Technik & Betriebswirtschaft:

beratung-TB@baumeister.ch
Telefon +41 58 360 76 5