Der Bundesrat hat den politischen Prozess gestartet, um die Wettbewerbsbehörden zu reformieren. Aber seine Vorschläge beheben die strukturellen Probleme nicht.
Der SBV bekennt sich zum fairen Wettbewerb. Dazu gehört auch, dass die gerichtlichen Verfahren im Kartellrecht fair ablaufen. Derzeit bestehen aber strukturelle Probleme bei den Behörden, die rechtsstaatlich bedenklich sind. Es gibt zwei Wettbewerbsbehörden: einerseits das Sekretariat, andererseits die Wettbewerbskommission (Weko). Das Sekretariat ist die Anklagebehörde, sie führt die Untersuchung durch. Die Weko besteht aus Richtern, die das Urteil fällen – eigentlich sollten sie dies unabhängig tun, aber die Weko hängt strukturell vom Sekretariat ab. 70 Vollzeitstellen des Sekretariats treffen auf ein Dutzend Weko- Miliz-Richter mit 20 Prozent-Pensum.
Für eine Untersuchung bereitet das Sekretariat 2500 bis 3000 Seiten Unterlagen vor. Wie soll sich ein Miliz-Richter in solch umfangreiche Unterlagen genau einlesen können? Ein Verfahren dauert mitunter Jahre – aber das angeklagte Unternehmen wird von den Weko-Richtern nur 20 Minuten lang angehört. Die Weko-Richter dürfen während dieser Anhörung nur Verständnisfragen, nicht aber Fragen zum Sachverhalt stellen. Wenn sich die Weko-Richter anschliessend zur Entscheidungsfindung zurückziehen, ist das angeklagte Unternehmen natürlich nicht mehr dabei. Aber Mitarbeiter des Sekretariats dürfen zugegen sein, das Wort ergreifen. Wie wahrscheinlich ist es, dass die Mitarbeiter der Anklagebehörde bei der Entscheidungsfindung plötzlich neutral auftreten?
Selbst wenn ein Unternehmen das Urteil der Weko nicht akzeptiert und anschliessend an die nächsthöhere Instanz – das Bundesverwaltungsgericht – zieht, ist es um seine Chancen aufgrund des Systems schlecht bestellt. Das Bundesverwaltungsgericht räumt der Weko in kartellrechtlichen Fragen einen grossen Beurteilungsspielraum ein. Damit werden inhaltliche Korrekturen von Fehlentscheiden erschwert. Für angeklagte Unternehmen bedeutet dies oft jahrelange Verfahren, erhebliche Rechtsunsicherheit und einen Reputationsschaden – selbst wenn sich die Vorwürfe später als unbegründet erweisen.
Deshalb setzen sich grosse Teile der Wirtschaft für die folgenden Reformen ein: Erstens sollen Untersuchung und Entscheid institutionell klar getrennt werden. Das Sekretariat soll zwar weiterhin Untersuchungen führen, bei der Entscheidungsfindung der Weko jedoch keine prägende Rolle mehr spielen. Zweitens braucht die Weko eine stärkere fachliche Unterstützung durch unabhängige Kommissionsschreiber, damit ihre Mitglieder den Sachverhalt eigenständig würdigen können. Drittens sollte eine spezialisierte richterliche Instanz geschaffen werden, die kartellrechtliche Entscheide umfassend überprüft. Viertens sind die Verteidigungsrechte der betroffenen Unternehmen zu stärken – etwa durch eine frühzeitige Information über den vorläufigen Stand der Untersuchung und ausreichend Zeit für die mündliche Verteidigung.
Konflikte gehören zum Baualltag, doch viele Projekte scheitern nicht an Technik, sondern an fehlenden Werkzeugen zur Konfliktlösung. Professionelle Methoden und Prävention schaffen nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Bauherren und Unternehmern.
Auf dem Bau wird Konflikten oft mit nur einem Werkzeug begegnet: dem Verhandeln. Das erinnert an den Versuch, mit einem Hammer eine Schraube einzuschlagen. Unabhängig von Thema, Zeitdruck oder Komplexität wird fast jeder Konflikt gleichbehandelt, obwohl die meisten Fachpersonen nie wirklich gelernt haben, professionell zu verhandeln. Das Resultat ist häufig ein unbefriedigendes Nachgeben, das weder nachhaltig noch fair ist. Der Gang vor Gericht bleibt meist die Ausnahme, denn er ist zeitintensiv, teuer und entzieht den Parteien die Kontrolle über den Ausgang.
Stattdessen braucht es einen gut bestückten Werkzeugkoffer, der je nach Situation das passende Verfahren bereithält. In der Bauwirtschaft haben sich unter anderem ENE (Early Neutral Evaluation), AEE (Additional External Expert), verschiedene Schlichtungsmodelle, Partnering-Ansätze, die Mediation oder Kombinationen davon bewährt. Sie ermöglichen strukturierte, effiziente und lösungsorientierte Wege, bevor Konflikte eskalieren.
Zentral bleibt jedoch die Selbstkompetenz aller Beteiligten. Ein Perspektivenwechsel von «ich will gewinnen» zu «wir suchen eine tragfähige Lösung» verändert nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Zusammenarbeit. Wer die Mechanik von Konflikten versteht, erkennt Eskalationen früher. Nach Friedrich Glasl verlaufen Konflikte in neun Stufen: von der Verhärtung bis zum «gemeinsam in den Abgrund». Nur in den ersten drei Stufen sind echte Win-‑Win-‑Lösungen möglich.
Professionelle Werkzeuge, gestärkte Konfliktresilienz, innerbetriebliche Konfliktmanagementsysteme und externe Projektbegleitungen unterstützen genau in dieser entscheidenden Phase. Die kostenlose Hotline des Nonprofit-‑Vereins ARGE Kooperatives Bauen, hilft mit Beratung, Konflikte zu vermeiden. Der Verein wird auch durch den SBV unterstützt.
2025 wurden in Basel-Stadt nur 35 Prozent der benötigten Wohnungen errichtet, landesweit immerhin 70 Prozent. Entbürokratisierung und Verhältnismässigkeit können den Wohnungsmangel beheben.
Die Wohnungsfrage ist in der Schweiz zu einer dringlichen Herausforderung geworden. Wer heute eine Wohnung sucht, spürt dies vielerorts: hohe Mieten und monatelanges Suchen. Der Wohnungsmarkt ist laut Bundesamt für Wohnungswesen so angespannt wie seit 2014 nicht mehr.
Ende März hat Basel-Stadt seine neuesten Zahlen zum lokalen Wohnungsmarkt veröffentlicht: Der Kanton ist um 3000 Einwohner gewachsen, dadurch ist die Nachfrage um 1600 Wohnungen gestiegen. In der Stadt wurden aber knappe 600 Wohnungen erstellt, nur ein Drittel des effektiven Bedarfs!
Den Nachfrageüberhang spürt man vielerorts in der Schweiz. Während die Zahl der Haushalte um 50 000 jährlich wächst, trifft diese Nachfrage auf nur 35 000 neue Wohnungen. Mit jedem Jahr fehlen schweizweit 15 000 Wohnungen zusätzlich.
Seit der Einführung der Mietrechtsregulierung im Mai 2022 ist der Leerstand in Basel-Stadt auf unter 1,0 Prozent gesunken. Die versprochene Entschärfung des Mietwohnungsmarktes hat sich innert kürzester Zeit als kolossaler Boomerang erwiesen.
Die Last der Überregulierung
Mehr als die Hälfte der Wohnungen sind heute altrechtliche Bestandeswohnungen, deren Mieten nur sehr begrenzt an den Markt angepasst werden dürfen. Einzig bei neuen Wohnungen kann der Mietzins frei festgelegt werden. In der aktuellen Situation, in welcher das Angebot der Nachfrage nicht folgen kann, führt dies zu überproportionalen Preissteigerungen.
Dadurch bleiben langjährige Bestandsmieter in viel zu grossen Wohnungen, selbst wenn sie diese nicht mehr brauchen, denn eine kleinere, neue Wohnung ist schlichtweg teurer als die grosse.
Eine Deregulierung des Mietrechts würde das Angebot auf einen Schlag vergrössern und dadurch das generelle Preisniveau nach unten korrigieren. Wer diesbezüglich behauptet, dass die Grundstückpreise die hohen Mieten verursachen, der vergisst, dass der Grundstückpreis einzig und allein den Restertrag aus einer diskontierten Renditeberechnung abbildet.
Die überbordenden, schädlichen Regulierungen gelten nicht nur für den Wohnungsmarkt, sondern für die ganze Baubranche. Wir verheddern uns in mehr als 140 000 Bauvorschriften auf den Stufen Bund, Kanton und Gemeinde. Sie mögen einzeln betrachtet sinnvoll erscheinen, doch in ihrer Summe entfalten sie eine lähmende Wirkung. Ständig kommen neue Anforderungen hinzu, während bestehende selten hinterfragt oder aufgehoben werden.
Es gibt mehrere Ansätze, um mit dem Dickicht umzugehen. Manche Länder haben das «1-in-1-out»-Prinzip etabliert: Jeder neue Gesetzesartikel bedingt, dass ein (oder zwei) alte Artikel gestrichen werden. So bleibt die Gesamtanzahl stabil oder wird reduziert.
Der Kanton Nidwalden zum Beispiel hat diesen Dschungel auf einen Schlag deutlich gelichtet, indem er die meisten seiner eigenen Bauvorschriften aufgehoben hat. Es gelten primär nur noch die branchenüblichen Normen und einige spezifische kommunale Vorgaben.
Im Kanton Zug wagt man ein Experiment mit der «Weissen Zone», mutig und innovativ. Wenn Wohnungsmangel herrscht, werden in den als «weisse Zonen» definierten Quartieren die Bauvorschriften gelockert, bis ausreichend Wohnungen gebaut worden sind. Dadurch wird Verdichtung ermöglicht und Grünfläche geschont. Diese Entscheidungen gehen nicht am Volk vorbei. Erste betroffene Anwohner haben votiert und den weissen Zonen ihre Zustimmung erteilt.
Das Richtige am richtigen Ort bauen
Das Raumplanungsgesetz hat vor 13 Jahren das richtige Fundament gelegt: Wir müssen nicht einfach möglichst viel bauen, sondern das Richtige am richtigen Ort. Die Schweiz kann und soll nicht unbegrenzt in die Fläche wachsen und damit weiter Grünflächen vernichten. Wir müssen haushälterisch mit dem Boden umgehen.
Ohne eine sinnvolle und verhältnismässige Verdichtung gibt es keine raumplanerische Weiterentwicklung. Aufstockungen, Ersatzneubauten und Umnutzungen bieten enorme Potenziale, die heute noch zu wenig ergriffen werden. Gerade in bestehenden Siedlungsgebieten liesse sich zusätzlicher lebenswerter Wohnraum schaffen. Aber die Verdichtung stockt, denn: nicht in meinem Garten!
Einer der Hauptgründe dafür liegt in instrumentalisierten Einsprachen und Rekursen. Zeit ist im Bauwesen ein entscheidender Kostenfaktor. Je länger ein Projekt blockiert ist, desto höher werden Finanzierungskosten, Planungsaufwände und Risiken. Diese Kosten werden am Ende auf die Mieten überwälzt. Wer Verfahren verlängert, verteuert das Bauen und damit das Wohnen.
Vorwände von Nicht-Betroffenen
Es steht ausser Frage, dass Einsprachen von direkt betroffenen Anwohnern berechtigt sind. Aber heute dienen die meisten Einsprachen dem Schutz von Partikularinteressen, die das Gesetz so nicht beabsichtigte. Ausserdem ist der Kreis an Personen, die eine Einsprache erheben dürfen, sehr weit gefasst. Man muss nicht direkt betroffener Anwohner sein, um Einsprache erheben zu dürfen.
Im nationalen Parlament werden nun mehrere politische Vorstösse behandelt, welche die schutzwürdigen Interessen für Einsprachen klar definieren wollen. Ebenso soll der Kreis an Einsprache-Berechtigten eingeschränkt werden. Missbräuchliche Einsprachen sollen mit Kostenfolge und Schadensersatz belegt werden.
Zwei Klagemöglichkeiten genügen
In manchen Kantonen können die Rekurrierenden an drei Klageinstanzen gelangen. Das Gerichtsverfahren dauert bei jeder Instanz ein bis zwei Jahre. Ein Bauprojekt kann auf diese Weise um sechs Jahre oder mehr verzögert werden. Der Schweizerische Baumeisterverband empfiehlt den kantonalen Parlamenten, einzig zwei Klageinstanzen zuzulassen.
Regulierungen, Einsprachen, Rekurse und auch der Denkmalschutz sind für den Schutz von legitimen Ansprüchen gedacht. Aber es ist eine Frage der Verhältnismässigkeit. Der Denkmalschutz ist wichtig, trägt er doch unserer architektonischen Geschichte Sorge. Kaum jemand versteht dies besser als die geschichtsträchtige Stadt Basel.
Wenn aber hohe Anteile eines Stadtgebiets, etwa in Zürich 75 Prozent, im Bundesinventar für schützenswerte Ortsbilder (Isos) eingetragen sind, so ist das zu viel des Guten. Übertriebener Heimatschutz verunmöglicht sinnvolle Verdichtung. Der Schweizerische Baumeisterverband fordert die Kantone auf, ihre Inventare zu prüfen und verhältnismässig auszusortieren.
Ermöglichen statt verhindern
Wenn man alles Bestehende schützt und unangetastet lässt, so kann nichts Neues entstehen. Wir haben die Mittel, das Wissen und die Erfahrung, um diese Herausforderung zu bewältigen. Doch dazu braucht es einen klaren Kurswechsel. Weg von der Blockade, hin zur Ermöglichung. Weg von der Überregulierung, hin zu Vertrauen und Verantwortung. Wer mehr Wohnungen will, muss Veränderung zulassen!
Heute ist das System im Kartellrecht teilweise unfair und zu kompliziert. Die gleichen Behörden ermitteln, beeinflussen Entscheide und werden später kaum richtig kontrolliert. Die vorgeschlagene Reform will das ändern – mit klaren Rollen, mehr Fairness und besseren Verfahren für alle Beteiligten.
Heutzutage sollte in Kartellrechtsverfahren das Sekretariat ermitteln und die Wettbewerbskommission unabhängig ein Urteil fällen. Höhergelagerte Rechtsinstanzen sollten Fehlurteile revidieren können. Aber das System kämpft mit mehreren Problemen.
Das Sekretariat untersucht, sammelt Beweise – und übt gleichzeitig grossen Einfluss auf den Entscheid aus. Denn das Sekretariat hat wesentlich mehr Ressourcen, dutzende vollzeitbeschäftigte. Die Wettbewerbskommission hingegen bestand aus grob einem Dutzend Milizionären. Die Beweisunterlagen umfassen pro Verfahren 2000 bis 3000 Seiten – kein Milizionär hat die Zeit, sich darin einzulesen. Daher ist die Kommission auf die Vorarbeit der Sekretariats stark angewiesen. Dazu kommt, dass Gerichte die Entscheide später nur langsam und teilweise nicht tief genug prüfen. Für betroffene Unternehmen bedeutet das lange Verfahren, hohe Kosten und wenig echte Möglichkeiten, sich zu wehren.
Klare Trennung der Aufgaben
Im Sommer ist der Beginn der Reform der Wettbewerbsbehörden geplant. Der Bundesrat wird seinen Reformvorschlag dem Parlament unterbreiten. Der SBV hatte sich zuvor in der Vernehmlassung wie folgt eingebracht.
Die Reform will ein System wie bei einem normalen Gerichtsverfahren schaffen. Es soll eine klare Trennung geben zwischen dem Sekretariat – der Anklagehörde -und der Kommission – der Entscheidungsinstanz – geben. Das Sekretariat wäre kaum noch von Weisungen der Kommission abhängig. Im Gegensatz zu heute dürften die Sekretariatsmitarbeiter aber nicht mehr im selben Raum zugegen sein, etwa um Fragen zu beantworten oder Position zu beziehen, wenn sich die Kommission zur Urteilsfindung zurückzieht und die Milizionäre miteinander diskutieren, um das Urteil zu fällen.
Kommissionsschreiber sorgen für Unabhängigkeit
Umgekehrt erhält die Kommission mehr Ressourcen und Rechte. Sie soll mehr Zeit und bessere Unterstützung erhalten, damit sie sich selbst ein genaues Bild machen kann. Sog. Kommissionsschreiber würden selbst Erhebungen durchführen und eine neutrale Zusammenfassung der Beweisunterlagen zuhanden der Kommission erstellen. Die Kommissionsrichter selbst hätten erstmals das Recht, selber Fragen an den Angeklagten zu richten.
Ist die Ausbildung „Projektleitung Bau“ dein nächster Karriereschritt in der Baupraxis? Dann ist das Angebot des Campus Sursee, in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern HSLU, genau das Richtige für dich.
Die Ausbildung richtet sich an qualifizierte Mitarbeitende sowie Nachwuchs- und Führungskräfte aus der Bauwirtschaft (Planung, Hoch- und Tiefbau, Gebäudetechnik, Ausbaugewerbe, Fassadenbau etc.), ebenso an künftige Projektleitende und Projektmanagement-Fachleute – sowohl auf Bauherren- als auch auf Planungs- und Realisierungsseite.
Die Ausbildung ist in drei Module à drei Tage gegliedert. An insgesamt neun Ausbildungstagen werden zentrale Themen wie Projektmanagement und Projektorganisation, Verhandlungsführung, Rhetorik, Zeitmanagement, Kostenplanung, Risiko- und Qualitätsmanagement sowie Konfliktmanagement und rechtliche Grundlagen – praxisnah und direkt anwendbar. Ein besonderes Highlight ist das Modul BIM, in dem digitale Bauprozesse und innovative Methoden direkt angewendet werden. Ergänzt wird die Ausbildung durch Vor- und Nachbearbeitungsaufträge sowie eine Abschlussarbeit. Die Präsenztage finden am CAMPUS SURSEE sowie an der Hochschule Luzern in Horw statt.
Optimale Vereinbarkeit von Beruf, Weiterbildung und Privatleben
Die Ausbildung ist modular aufgebaut und lässt sich optimal mit beruflichen und privaten Verpflichtungen vereinbaren. Die kompakten Präsenzphasen ermöglichen es den Teilnehmenden, die Weiterbildung effizient in den Arbeitsalltag zu integrieren. Die Möglichkeit zur Übernachtung direkt am Campus sowie attraktive Verpflegungsangebote unterstützen zusätzlich eine einfache Organisation.
Starke Perspektiven und Anschlussmöglichkeiten
Die Ausbildung bildet nicht nur eine solide Grundlage für die Übernahme von Projektleitungsaufgaben, sondern ist auch eine ideale Vorbereitung auf weiterführende Qualifikationen wie das CAS Projektmanagement Bau an der Hochschule Luzern. Damit eröffnen sich den Absolventinnen und Absolventen vielfältige Karrierewege in der Bauwirtschaft.
Am 26. Juni 2026 treffen sich am Tag der Bauwirtschaft auf dem Campus Sursee Führungskräfte und Entscheidungsträger weit über die Baubranche hinaus. Das sind unsere Partner.
Auf Baustellen gehören Zeitdruck, Platzmangel und hohe Sicherheitsanforderungen zum Alltag. Wer Absperrmaterial selbst lagert und transportiert, bindet unnötig Ressourcen. Die HGC bietet mit ihrem Mietservice eine wirtschaftliche und praxisnahe Lösung für die Baustellenabsperrung.
Mobilzäune und Sichtschutzwände für schwierigen Untergrund
Absperrgitter und -systeme zur sicheren Personen- und Verkehrsführung
Türen und Tore zum Schutz vor unbefugtem Zutritt, auf Wunsch inklusive Zutritts- und Alarmsystemen.
Sicherheit genau dort, wo sie gebraucht wird Ob Baugrube, kilometerlange Werkleitungstrasse oder offene Kanalschächte – das Material muss robust und normgerecht sein. Auf der HGC-Mietplattform steht ein breites Sortiment bereit:
Direktlieferung an den Einsatzort Speziell im Tiefbau wandert die Baustelle oft weiter. Zeit für lange Materialtransporte vom eigenen Werkhof bleibt da nicht. Die HGC liefert das gesamte Absperrmaterial direkt an den Einsatzort – und zwar schweizweit. Egal ob in der städtischen Enge oder bei einem Infrastrukturprojekt in den Bergen.
Faire Kosten, volle Transparenz Sie zahlen nur für die tatsächliche Mietdauer. Das schafft Flexibilität bei Verzögerungen, schont das Budget und ermöglicht eine transparente Nachkalkulation ohne versteckte Fixkosten.
Entdecken Sie jetzt Mietmaterial und Mietgeräte auf der HGC-Mietplattform.
Liebherr: Partner für Baumaschinenlösungen entlang des gesamten Bauprozesses.
Als Vertreterin der Liebherr‑Gruppe bietet die Liebherr-Baumaschinen AG ist der Schweiz ein breites Portfolio in den Bereichen Erdbewegung und Materialumschlag, Spezialtiefbau, Turmdrehkrane, Betontechnik sowie Mobil- und Raupenkrane und mobile Energiespeicher. Mit Standorten in Reiden und Daillens sowie einer Mietflotte von über 600 Maschinen begleitet Liebherr Bauunternehmen flexibel und praxisnah bei der Umsetzung ihrer Projekte. Neu-, Miet- und Gebrauchtmaschinen werden aufbereitet, gewartet und repariert.
Im Fokus stehen langfristige Partnerschaften. Ein flächendeckendes Servicenetz in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein sowie erfahrene Techniker gewährleisten eine hohe Verfügbarkeit und zuverlässige Unterstützung direkt vor Ort.
Gleichzeitig treibt Liebherr die Entwicklung der vernetzten Baustelle aktiv voran – mit digitalen Lösungen, Assistenzsystemen und innovativen Technologien für mehr Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Mehr erfahren.
KGM: Die richtigen Fahrzeuge für das Baugewerbe
Auf Baustellen zählen Zuverlässigkeit, Robustheit und Wirtschaftlichkeit. Genau hier überzeugen die Modelle von KGM aus Korea: MUSSO, REXTON und MUSSO EV. Sie wurden für anspruchsvolle Einsätze entwickelt und bieten die Eigenschaften, die Handwerker, Bauunternehmen und Gewerbebetriebe täglich benötigen.
Der KGM MUSSO mit leistungsstarkem Turbodieselmotor ist der klassische Arbeitspartner für den harten Alltag. Mit einer Anhängelast von bis zu 3,5 Tonnen, hoher Nutzlast sowie zuschaltbarem Allradantrieb mit Untersetzung meistert er Transporte auf der Strasse ebenso souverän wie Einsätze auf unbefestigtem Gelände. Die robuste Konstruktion, die serienmässige Doppelkabine und die grosszügige Ladefläche machen ihn zum idealen Begleiter für Bau- und Handwerksbetriebe.
Wer zusätzlich höchsten Komfort und maximale Zugkraft sucht, findet im KGM REXTON die perfekte Lösung. Das leistungsstarke SUV kombiniert bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast mit einem hochwertigen Innenraum, modernster Sicherheitsausstattung und hervorragenden Offroad-Eigenschaften. Damit eignet sich der REXTON sowohl für den täglichen Geschäftseinsatz als auch für lange Fahrten mit Anhänger oder schwerem Material.
Mit dem neuen KGM MUSSO EV beginnt eine neue Ära im Nutzfahrzeugbereich. Der vollelektrische Pickup verbindet emissionsfreies Fahren mit echter Praxistauglichkeit. Bis zu 2,3 Tonnen Anhängelast, eine Nutzlast von bis zu 730 Kilogramm sowie eine Reichweite von bis zu 379 Kilometern machen ihn zur attraktiven Alternative für Unternehmen mit Nachhaltigkeitszielen und urbanen Einsätzen.
Ob Diesel oder Elektro – KGM bietet dem Baugewerbe die passenden Fahrzeuge für jede Herausforderung. Robust, leistungsstark und bereit für jeden Einsatz: KGM ist MADE FOR MORE – und das seit 1954. Mehr zu KGM erfahren.
ImmoMedia: Am Puls der Immobilienbranche von morgen
ImmoMedia GmbH ist ein Schweizer Medien- und Netzwerkunternehmen mit Fokus auf Immobilien, Bauwirtschaft, Standortentwicklung und Wirtschaftsregionen. Mit dem Magazin immo!nvest, der Plattform immo-invest.ch, dem immoNewsletter, immoTable, immoTermine.ch und immobilienjobs.ch verbindet immoMedia Information, Sichtbarkeit und Netzwerk für die Schweizer Immobilienbranche.
immo!nvest ist das Schweizer Magazin für Standorte und Immobilien. Es beleuchtet Projekte, Arealentwicklungen und wirtschaftliche Perspektiven aus den Regionen und zeigt, welche Themen die Märkte prägen. Ergänzend dazu bietet immo-invest.ch News, Fachartikel und Marktinformationen für Fachleute, Investoren, Entwickler, Eigentümer und Standortförderer. Der immoNewsletter erreicht wöchentlich rund 50’000 Abonnenten.
Mit dem immoTable schafft immoMedia Begegnungsorte für Entscheidungsträger aus Immobilienwirtschaft, Bau, Politik, Verwaltung und Finanzwelt. In ausgewählten Wirtschaftsräumen werden Projekte, Strategien und Herausforderungen diskutiert, mit dem Ziel, Wissen, Kontakte und Entwicklungschancen zu verbinden.
Als Medienpartner des Schweizerischen Baumeisterverbands bringt immoMedia immobilienwirtschaftliche Perspektiven, regionale Marktkenntnis und ein starkes Netzwerk in die Schweizer Bauwirtschaft ein. Mehr erfahren.
Was können Bauunternehmen von der Luftfahrt lernen? Der ehemalige Verkehrspilot Philip Keil spricht am Tag der Bauwirtschaft des SBV über Führung und Entscheidungsfindung, Teamwork und Kommunikation.
Termindruck, Fachkräftemangel und komplexe Schnittstellen zwischen Bauherren, Planern und Unternehmern fordern von allen Beteiligten volle Konzentration. Wie geht man damit um? Antworten dazu gibt Philip Keil, der am Tag der Bauwirtschaft als Referent auftritt. Der 44-Jährige ist ehemaliger Berufspilot und ein gefragtester Experte. Er berichtet in seinen Vorträgen über seine Erfahrungen aus dem Cockpit und stellt diese in Zusammenhang mit moderner Führungskultur, von Teamarbeit über Entscheidungsstärke bis hin zum Umgang mit Fehlern und Veränderung. Philip Keil ist bekannt dafür, mit seinen Referaten Führungskräften und Organisationen unabhängig von der Branche Denkanstösse zu liefern, wie sie auch unter Druck handlungsfähig bleiben.
Katastrophe verhindert
Mit 22 Jahren wird Keil 2003 einer der jüngsten Verkehrspiloten Deutschlands. In den folgenden zwei Jahrzehnten absolviert er im Cockpit über 9000 Flugstunden und führte tausende Starts und Landungen auf vier Kontinenten durch. Für Gänsehautmomente sorgte 2009 ein Zwischenfall, bei dem er auf einem Routineflug einen Notfall mit 190 Passagieren meisterte. Dass er an diesem Tag eine Katastrophe verhinderte, verdankt er dem Crew Resource Management. Darunter versteht man Piloten-Tools, die helfen, in jeder Situation souverän und zielorientiert zu handeln. Seit 2014 überträgt Philip Keil diese Strategien als gefragter Referent auf den Berufsalltag von Führungskräften und Mitarbeitern.
Richtige Entscheidungen treffen
Im Zentrum seiner Vorträge steht die Frage, wie Menschen in komplexen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen. Aus langjähriger Pilotenerfahrung weiss er, dass in der Luftfahrt das Team im Cockpit schnell und präzise handeln muss, wenn im Flugzeug Probleme auftreten. Eine seiner Kernaussagen: Nicht eine Fehlentscheidung führt zum Absturz, sondern das Ausbleiben einer Entscheidung. Führungskultur heisst folglich, Verantwortung, Vertrauen und klare Kommunikation in den Mittelpunkt zu stellen. Erfolgreiche Führung bedeute für Keil nicht nur Fachkompetenz, sondern vor allem die Fähigkeit, Menschen zu erreichen und gemeinsame Ziele zu verfolgen. Seine Auftritte auf der Bühne sind ein Mix aus persönlicher Erfahrung, spannenden Geschichten aus der Luftfahrt und konkreten Management-Impulsen; damit gelingt es Philip Keil, komplexe Themen den Zuhörern lebendig und praxisnah zu vermitteln.
Die Baupraxis steht unter Druck: Projekte werden komplexer, Anforderungen steigen, Spielräume werden enger. Projektallianzen können dabei einen Ansatz bieten, um diesen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen.
Genau hier setzt der Verein pro-allianz.ch an. Sein Ziel ist es, das kooperative Organisationsmodell der Projektallianz nach SIA 2065 im Schweizer Bauwesen bekannt zu machen und ihren Einsatz zu fördern. Im Zentrum steht der Aufbau einer Begegnungs- und Dialogplattform: Bauherrschaften, Planende und Unternehmerinnen und Unternehmer werden vernetzt, Erfahrungen ausgetauscht und konkrete Fragestellungen aus der Praxis gemeinsam diskutiert. Der Verein schafft Orientierung und begleitet die Branche dabei, die neue Form der Zusammenarbeit zu etablieren, bei welcher der gemeinsame Projekterfolg im Zentrum steht.
Für die Baumeister bietet die Projektallianz grosse Chancen: Ihr Know-how fliesst frühzeitig in die Planung ein, Lösungen werden gemeinsam entwickelt und Risiken ausgewogen verteilt. Damit verändern sich Rolle, Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten – weg von der reinen Ausführung hin zur aktiven Mitgestaltung. Gleichzeitig wird es einfacher, zu planen und neue Möglichkeiten sowie Qualität und Effizienz direkt mitzuprägen.
Der kooperative Ansatz der Projektallianz leistet zudem einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität der Branche. Wenn Zusammenarbeit, Verantwortung und Fachwissen stärker in den Vordergrund rücken, werden Berufe im Bau vielseitiger und interessanter – ein wichtiger Aspekt im Wettbewerb um Fachkräfte.
pro-allianz.ch will diesen Wandel gemeinsam mit der Branche gestalten – im Dialog, praxisnah und Schritt für Schritt. Gerade für Baumeister lohnt es sich, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten und ihre Erfahrung frühzeitig einzubringen.
Der Verein «pro-allianz.ch Verein zur Förderung von Projektallianzen in der Schweiz» fördert das neue Projektabwicklungsmodell der Projektallianz gemäss SIA-Merkblatt 2065. Er wurde von den Trägerverbänden Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA), Schweizerische Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen suisse.ing und Schweizerischer Baumeisterverband (SBV) gegründet. Ziel ist es, die kooperative Organisationsform der Projektallianz im Bauwesen in der Schweiz bekannt zu machen und ihren Einsatz zu fördern.
Der Verein «pro-allianz.ch Verein zur Förderung von Projektallianzen in der Schweiz» fördert das neue Projektabwicklungsmodell der Projektallianz gemäss SIA-Merkblatt 2065. Er wurde von den Trägerverbänden Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA), Schweizerische Vereinigung Beratender Ingenieurunternehmungen suisse.ing und Schweizerischer Baumeisterverband (SBV) gegründet. Ziel ist es, die kooperative Organisationsform der Projektallianz im Bauwesen in der Schweiz bekannt zu machen und ihren Einsatz zu fördern.
Trotz massiver Investitionen in Berufsbildung und Nachwuchsförderung bleibt das Bauhauptgewerbe auf qualifizierte Fachkräfte aus dem EU-Raum angewiesen.
Die Bauwirtschaft investiert heute so stark in die Aus- und Weiterbildung wie selten zuvor. Trotzdem bleibt sie auch in Zukunft auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Genau deshalb empfiehlt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) ein Nein zur sogenannten Nachhaltigkeitsinitiative der SVP, über die die Schweizer Stimmbevölkerung am 14. Juni 2026 abstimmt.
Grosse Anstrengungen bei Aus- und Weiterbildung
Das Bauhauptgewerbe hat die Herausforderungen im Bereich Fachkräftesicherung früh erkannt und reagiert. Mit dem Masterplan «SBV-Berufsbildung 2030» läuft seit mehreren Jahren eine umfassende Modernisierung der gesamten Aus- und Weiterbildung. Nach einer breit abgestützten Bedarfsanalyse mit allen wichtigen Akteuren der Branche werden die reformierten Bildungsangebote schrittweise eingeführt.
Die Reformen tragen den veränderten Anforderungen auf dem Bau gezielt Rechnung. Digitalisierung, nachhaltiges Bauen, neue Bauprozesse sowie moderne Führungsaufgaben prägen den Berufsalltag zunehmend. Gleichzeitig werden die Ausbildungen praxisnäher, flexibler und individueller gestaltet. Eine zentrale Rolle spielt dabei das sogenannte «Workplace Learning»: Lernen direkt im Arbeitsumfeld. Die Branche ist überzeugt, dass praxisnahe Ausbildung und gezielte Begleitung nicht nur die Ausbildungsqualität verbessern, sondern auch die Betriebs- und Branchentreue langfristig stärken.
Moderne Berufswerbung für eine neue Generation
Parallel dazu hat das Bauhauptgewerbe seine Berufswerbung in den vergangenen Jahren stark modernisiert. Jugendliche sollen dort erreicht werden, wo sie sich täglich informieren und austauschen – auf Instagram, TikTok, YouTube oder Facebook. Die Kommunikation setzt bewusst auf authentische Einblicke statt auf Hochglanzwerbung. Lernende aus den jeweiligen Regionen treten als Botschafter auf und sprechen Schülerinnen und Schüler direkt an und das im vertrauten Dialekt und in Alltagssprache. Sie zeigen auf, wie modern Baustellen heute sind, welche sichtbaren Projekte entstehen und welche Karrierechancen der Bau bietet. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass Berufe im Bauhauptgewerbe attraktive Löhne und langfristige Perspektiven bieten.
Inländerförderung allein reicht nicht aus
Trotz grosser Investitionen in Aus- und Weiterbildung kann der künftige Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften nicht allein im Inland gedeckt werden. Die Bauwirtschaft bleibt deshalb auf Baustellenpersonal aus dem Ausland angewiesen. Dank der Personenfreizügigkeit mit der EU können Unternehmen fehlende Fachkräfte gezielt rekrutieren als notwendige Ergänzung zur Förderung der Berufsbildung in der Schweiz.
Jetzt Nein auf den Stimmzettel schreiben
Am 14. Juni 2026 entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die Nachhaltigkeitsinitiative der SVP. In vielen Regionen sind die Abstimmungsunterlagen bereits eingetroffen. Wer verhindern will, dass sich der Fachkräftemangel auf dem Bau weiter verschärft, sollte das Stimmkuvert frühzeitig öffnen und ein Nein auf den Stimmzettel schreiben. Denn jedes Nein trägt dazu bei, dem Bauhauptgewerbe auch künftig die dringend benötigten Fachkräfte aus dem Ausland zu sichern.
Tausende erfahrene Bauarbeiter gehen in den kommenden Jahren in Frührente, während zu wenige Nachwuchskräfte nachrücken. Ohne qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland drohen Verzögerungen bei Wohnungsbau, Infrastruktur und Energiewende.
Die Schweizer Bauwirtschaft steht vor einer langfristigen demografischen Herausforderung. In den kommenden Jahren werden überdurchschnittlich viele erfahrene Fachkräfte pensioniert, während gleichzeitig zu wenige junge Arbeitskräfte nachrücken. Besonders betroffen sind klassische Baustellenberufe wie Maurer, Vorarbeiter und Polier.
Eine vom Schweizerischen Baumeisterverband (SBV) in Auftrag gegebene Fachkräftestudie zeigt das Ausmass der Entwicklung deutlich: Bis 2040 könnten dem Bauhauptgewerbe rund 5600 Fachkräfte fehlen. Das entspricht etwa 16 Prozent des gesamten Fachkräftebedarfs. Anders gesagt: Jede sechste Stelle könnte künftig unbesetzt bleiben.
Besonders grosse Lücken bei Schlüsselberufen
Besonders alarmierend sind die Prognosen bei einzelnen Schlüsselberufen. Bereits bis 2030 könnten rund 21 Prozent der benötigten Maurer und 22 Prozent der Vorarbeiter fehlen. Bis 2040 verschärft sich die Situation weiter: Bei den Maurern steigt die prognostizierte Lücke auf rund 31 Prozent.
Die Ursachen dafür sind vielfältig. Einerseits tritt die Babyboomer-Generation schrittweise aus dem Arbeitsmarkt aus. Andererseits reicht die Zahl der Lernenden in den Bauberufen nicht aus, um die zahlreichen Pensionierungen ab 60 vollständig zu kompensieren. Auch verlassen nach wie vor viele ausgebildete Fachkräfte die Branche frühzeitig.
Nachwuchsförderung allein genügt nicht
Die Bauwirtschaft reagiert zwar mit umfangreichen Ausbildungs- und Bindungsmassnahmen auf diese Entwicklung. Doch selbst diese Gegenmassnahmen können den Mangel nur teilweise abfedern. Gemäss der SBV-Studie könnten entsprechende Massnahmen den Fachkräftemangel bei Maurern bis 2030 lediglich um rund 23 Prozent reduzieren. Vollständig lösen lässt sich das strukturelle Problem damit nicht. Der Fachkräftemangel betrifft dabei längst nicht mehr nur einzelne Unternehmen, sondern die gesamte Volkswirtschaft. Fehlen qualifizierte Arbeitskräfte, hat dies direkte Auswirkungen auf zahlreiche zentrale Projekte: Bauprojekte verzögern sich, Wohnraum entsteht langsamer, Infrastrukturprojekte verteuern sich, und die Energiewende kommt langsamer voran.
Bauwirtschaft bleibt auf EU-Fachkräfte angewiesen
Für den SBV ist deshalb klar, dass die Branche auch künftig auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sein wird. Gerade die Personenfreizügigkeit mit der EU ermöglicht es den Unternehmen, demografisch bedingte Engpässe wenigstens teilweise auszugleichen. Wer die Zuwanderung stattdessen einschränken will und bei der SVP-Initiative vom 14. Juni 2026 kein Nein auf den Stimmzettel schreibt, verschärft letztlich den bestehenden Fachkräftemangel und schadet dem Bau und der Gesamtwirtschaft.
Der Schweizerische Baumeisterverband bereitet die Nachfolge seines Zentralpräsidiums vor: Der amtierende Zentralpräsident Gian-Luca Lardi erreicht Ende Jahr nach zwölf Jahren die statutarische Amtszeitbegrenzung. Die Delegierten des SBV haben sich deshalb an ihrer heutigen Versammlung in Olten dafür ausgesprochen, Christian Wasserfallen als Nachfolger vorzuschlagen. Die definitive Wahl erfolgt an der Generalversammlung des SBV, die am 26. Juni 2026 stattfindet.
Neben Nationalrat Christian Wasserfallen, kandidierten auch Martin Keller, Head Real Estate Switzerland bei Sika, sowie der Walliser Bauunternehmer Manfred Schmid für das Amt. Die Delegierten beschlossen, Wasserfallen der Generalversammlung als offiziellen Wahlvorschlag zu unterbreiten.
Christian Wasserfallen (44) aus Bern ist Dipl. Masch.-Ing. FH, Präsident Infra Suisse, Mitglied des Zentralvorstands SBV, Präsident des Verwaltungsrates der Walo Bertschinger AG Bern und politisiert für die FDP im Nationalrat.
Im Hinblick auf sein mögliches künftiges Amt betont Christian Wasserfallen die Bedeutung des Bauhauptgewerbes für die Schweiz: «Das Bauhauptgewerbe leistet einen zentralen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität und Entwicklung unseres Landes. Die Schweiz braucht genügend Wohnraum, leistungsfähige Infrastrukturen und faire Rahmenbedingungen, damit Bauprojekte effizient umgesetzt werden können. Gleichzeitig müssen wir gezielt in die Ausbildung von Fachkräften investieren und die digitale Transformation so gestalten, dass sie echte Produktivitätsgewinne bringt, insbesondere auch für unsere KMU.»
Die Wahl von Christian Wasserfallen steht unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Generalversammlung des Schweizerischen Baumeisterverbands vom 26. Juni 2026. Der aus Poschiavo stammende Gian-Luca Lardi präsidiert den Schweizerischen Baumeisterverband seit 2015 und gibt sein Amt Ende 2026 ab.
Medienanfragen?
Das Medienteam des Schweizerischen Baumeisterverbands (SBV) unterstützt Sie bei Medienanfragen. Hier finden Sie Medienmitteilungen, Hintergründe, Statements und die direkten Ansprechpersonen auf einen Blick.
Das Schweizer Bauhauptgewerbe verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein deutliches Wachstum: Der Umsatz stieg um 5,6 Prozent auf über 4,9 Milliarden Franken. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem der anhaltend starke Wohnungsbau sowie zahlreiche öffentliche Hochbauprojekte. Die steigenden Energie- und Materialkosten dämpfen jedoch das Wachstum im Tiefbau.
Erfreulicher Beginn im 2026
Die Bautätigkeit ist im ersten Quartal um 5,6 Prozent auf über 4,9 Milliarden Franken gewachsen. Die kräftige Zunahme ist auf den Hochbau zurückzuführen. Der rege Wohnungsbau der vergangenen Quartale hat sich fortgesetzt. Das tiefe Zinsniveau und geringe Leerstände treffen weiterhin auf eine hohe Nachfrage – ein Umfeld, das den Wohnungsbau zusätzlich antreibt. Der Arbeitsvorrat lag Ende März 14,6 Prozent höher als noch ein Jahr zuvor. Die Geschwindigkeit im Wohnungsbau ist hoch, dennoch werden bei weitem nicht die benötigten 50’000 Wohnungen pro Jahr erreicht.
Der öffentliche Hochbau hat viele Aufträge in den letzten Quartalen vergeben, insbesondere für Bildungs- oder Gesundheitseinrichtungen. Entsprechend ist auch in diesem Bereich ein erfreuliches Umsatzplus zu verzeichnen. Der Wirtschaftsbau ist angesichts der schleppenden Schweizer Konjunktur tendenziell rückläufig und volatil. Das Anfangsquartal hat der Wirtschaftsbau überraschend positiv abgeschlossen, die Aussichten bleiben aber negativ. Einzig die gestiegenen Energiekosten setzen für die Baubranche einen Hoffnungsschimmer, denn Unternehmen erhalten dadurch einen Anreiz, mittels Gebäudedämmung ihren Energieverbrauch zu reduzieren.
Zinsen als grösstes Risiko
Der Krieg in Nahost hat dazu geführt, dass sich Erdöl und Erdgas deutlich verteuert haben. Weit grössere negative Auswirkungen auf die Baubranche hätte indes ein Zinsanstieg. Denn ein höherer Ölpreis verteuert grossflächig viele Güter und Dienstleistungen. Derzeit schätzt der SBV das Risiko eines Zinsanstiegs aber als gering ein. Die Prognoseinstitute rechnen mit einer Inflation von rund 0,5 Prozent in diesem Jahr und für das kommende Jahr mit lediglich leicht höheren Werten, zu wenig, als dass ein Eingriff der Notenbank notwendig wäre.
Zu einem anderen Bremsfaktor könnten sich aber die höheren Baukosten entwickeln. Schliesslich haben sich die Transportkosten verteuert und einige Baumaterialien sind zunehmend von Teuerungszuschlägen betroffen. Wie zu Beginn des Ukrainekriegs werden die Baukosten zwar voraussichtlich ansteigen, jedoch in viel geringerem Ausmass.
Unklare Aussicht im Tiefbau
Die Auswirkungen auf den Hochbau bleiben sehr begrenzt, darauf deutet der Bauindex hin. Der Hochbau dürfte in den nächsten Quartalen demnach weiterhin erfreulich wachsen. Im Tiefbau trifft die aktuelle Lage den Belagsbau als Folge der stark gestiegenen Bitumenpreise. Der Umsatz im Tiefbau stagnierte denn auch im ersten Quartal 2026. Die Bauindex-Prognose geht für den Rest des Jahres von einem tieferen Umsatzwachstum als bislang aus. Die höheren Einkaufskosten können die Gewinnmarge erheblich senken, falls vertraglich die Teuerungsvergütung ausgeschlossen wurde.
Explizit ist festzuhalten, dass es sich beim Baumaterialmangel derzeit um kein weit verbreitetes Problem handelt. Laut Daten der KOF melden derzeit nur rund 6 Prozent der Bauunternehmen Probleme bei der Verfügbarkeit. Zum Höhepunkt des Ukrainekriegs waren es noch 50 Prozent.
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