Wie die «wirbauen AG» die Zukunft der Gruppe sichert 

Die «wirbauen AG» durchläuft derzeit einen «rollenden Generationenwechsel», was bedeutet, dass sich die Gründergeneration schrittweise zurückzieht und die Verantwortung und Leitung immer mehr auf ausgewählte Kaderleute des Unternehmens überträgt.

Die Nachfolgeplanung zählt zu den grössten Herausforderungen von KMUs in der Schweiz. Gemäss den Zahlen des Bundes standen per 2024 total 101 427 Unternehmen vor einer offenen Nachfolge. Laut einer Studie der Stiftung KMU Next verschwindet fast jedes dritte KMU, weil keine Nachfolgerin oder kein Nachfolger gefunden werden. Auch das Bauhauptgewerbe ist von dieser Problematik betroffen.  

Eine Lösung gefunden hat die «wirbauen AG». Das Freiburger Unternehmen entstand 2020 aus der Fusion der Rappo Hoch- und Tiefbau AG, der Roggo Bauunternehmung AG und der Renobau Zahno AG und beschäftigt rund 170 Mitarbeitende. Seither hat die «wirbauen AG» durch diverse Übernahmen kleineren Bauunternehmen mit wenigen Mitarbeitenden die Nachfolge gesichert und bei sich selbst dadurch die Produkte- und Dienstleistungspalette erweitert. Das Ziel ist es, das Unternehmen in den nächsten Jahren in eine Gruppe, die alle Dienstleistungen des Bauens anbietet, umzubauen. Gleichzeitig soll die Gruppe regional verankert bleiben. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das Positionspapier «Vision 2030 plus» erarbeitet. Dieses beschäftigt sich nicht nur mit dem Wachstum, sondern auch mit der Nachfolge. Dabei soll eine «rollende Nachfolgeregelung» zum Zug kommen. Diese Regelung, die eine lange Vorbereitungszeit braucht, sieht vor, dass Mitarbeitende gezielt aufgebaut werden, damit sie später Verantwortung übernehmen und Miteigentümer werden können. Das Modell bietet der «wirbauen AG» die grosse Chance, dass die Führung beziehungsweise die Nachfolge über Generationen sichergestellt wird. Das geht nur mit einer langfristigen Planung über zehn Jahre.  

Investition in Weiterbildung 

Die «wirbauen AG» investiert viel in die Ausbildung des Nachwuchses, und das schon früh. Natürlich berge das das Risiko, dass die so sehr gut ausgebildeten Mitarbeitenden zu Mitbewerbern wechseln, räumt Geschäftsführer Manfred Gross ein. Die «wirbauen AG» tut einiges, damit das nicht passiert, so bietet sie ein überaus attraktives Arbeitsumfeld. «Unsere Mitarbeitenden sind das Herzstück von wirbauen AG», sagt Daniel Vonlanthen, Leiter Akquisition und Administration, Mitglied der Geschäftsleitung und seit 2024 Miteigentümer. Er selbst ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich diese Philosophie auszahlt: Schon sein Grossvater und Vater waren Poliere bei der Roggo Bauunternehmung, eine der Gründerunternehmungen der «wirbauen AG».  

Ende 2025 sind die ersten Gründer der «wirbauen AG» als Miteigentümer aus der Gruppe ausgetreten, und zwar sind das Lisbeth Roggo-Bertschy und Benno Roggo. Die anderen Mitgründer Hermann Zahno und Urs Rappo bleiben noch einige Jahre. Sie werden die Zeit nutzen, um ihre Nachfolger aufzubauen. Neben dem bereits erwähnten Vonlanthen ist seit 2022 der diplomierte Baumeister Julien Morandi Miteigentümer. Zusammen mit Manfred Gross, seit 2020 Geschäftsführer und ebenfalls Miteigner, bilden sie die künftige Gruppenleitung. Die Führungsebene von «wirbauen AG» soll in Zukunft noch etwas ausgebaut werden. «Wir denken bereits an die übernächste Generation und hoffen, dass wir langfristig weitere Miteigentümerinnen oder Miteigentümer aus den Reihen unserer Mitarbeitenden aufbauen können», erklärt Urs Rappo. 

Klar sei, sind sich alle Beteiligten sicher, dass die Chemie zwischen den verschiedenen Eigentümern stimmen müsse. Es müsse deshalb gut überlegt werden, wer in die Gruppe passe. Das bedinge eine langwierige Aufbauarbeit. Aber das Resultat lohne sich – gerade für Familienbetriebe sei der «rollende Generationenwechsel» ein vielversprechendes Modell.