Ich absolvierte mein erstes KV-Lehrjahr auf der Geschäftsstelle des Schweizerischen Baumeisterverband SBV. Dort wurde ich gut betreut. Mein Wunsch wäre, dass Betriebe mehr Lernende ausbilden.
Am Ausbildungsort ist für mich vor allem eine gute Betreuung entscheidend. Gerade im ersten Lehrjahr braucht man eine Person, auf die man sich fachlich und menschlich verlassen kann. Sie hilft, sich schneller einzuleben und sicherer zu fühlen. Auch ein klarer Plan ist wichtig, damit ich weiss, was von mir erwartet wird.
Ob es andere Lernende im Betrieb gibt, finde ich weniger wichtig. Es ist zwar schön, sich auszutauschen, aber entscheidender ist eine gute Ausbildnerin oder ein guter Ausbildner, der mich unterstützt. Denn es geht um meine Zukunft.
Ich profitiere am meisten, wenn ich aktiv mitarbeite, Interesse zeige und Fragen stelle. Aus Fehlern zu lernen und Wissen direkt anzuwenden hilft mir, die Zusammenhänge es besser zu verstehen. Feedback ist dabei sehr wichtig, weil ich so weiss, was ich verbessern kann.
Motivierend ist für mich, Fortschritte zu sehen und positives Feedback zu erhalten. Weniger motivierend sind monotone Aufgaben oder fehlendes Feedback. Deshalb sollte man aktiv danach fragen.
Die Lehre ist für mich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich eine wichtige Zeit. Mit guter Unterstützung kann sie sehr wertvoll sein. Meine Erfahrungen zeigen, wie wichtig Ausbildung ist. Umso unverständlicher ist es, dass viele Jugendliche eine Lehrstelle suchen, während Betriebe Fachkräftemangel beklagen.
Eine Lösung wäre, dass Unternehmen mehr Lernende ausbilden. Davon profitieren beide Seiten: Betriebe entwickeln sich weiter und Lernende bringen neue Ideen mit. Zudem stärken Firmen damit ihr Image und übernehmen Verantwortung.
Auch wenn die Ausbildung anfangs Aufwand bedeutet, lohnt sie sich langfristig. Die Schweiz profitiert stark vom dualen Bildungssystem, das Jugendlichen den Einstieg ins Berufsleben erleichtert und dem Fachkräftemangel entgegenwirkt. Im Vergleich zu anderen Ländern bietet die Lehre hier bessere Chancen.
Deshalb sollten mehr Betriebe Lernende ausbilden, um Probleme aktiv zu lösen und Jugendlichen echte Zukunftsaussichten zu geben.
Annina Hedinger
Lernende SBV