Sie steht selten im Rampenlicht, doch keine öffentliche Baustelle funktioniert ohne sie: Die KBOB koordiniert die Interessen von Bund, Kantonen und Gemeinden. Die Vereinigung der öffentlichen Bauherren der Schweiz ist Ehrengast am diesjährigen Tag der Bauwirtschaft des SBV.
Wer in der Schweiz öffentliche Bauten plant, realisiert und betreibt, kommt um sie nicht herum: die Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren KBOB, der Vereinigung der öffentlichen Bauherren der Schweiz. Sie ist kein Amt und keine Behörde, sondern bündelt als strategisches Organ die Interessen der grossen öffentlichen Bauherren – vom Bund über die Kantone bis zu den Gemeinden. Ihr gehören unter anderem das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL), Armasuisse Immobilien, das Bundesamt für Verkehr (BAV) und das Bundesamt für Strassen (Astra) an. «Das Ziel der KBOB ist, das öffentliche Bauen effizienter, konsistenter und zukunftsfähiger zu machen», erklärt Pierre Broye, Vorsitzen der KBOB und Direktor des Bundesamtes für Bauten und Logistik BBL. «Statt dass jeder öffentliche Bauherr Lösungen für sich selber sucht, finden wir gemeinsam die richtigen Grundlagen.»
Koordinieren und vermitteln
Die KBOB sorgt dafür, dass die «Spielregeln» beim Bauen überall nach ähnlichen Logiken funktionieren, indem sie Standards und Empfehlungen erlässt. «So schaffen wir Transparenz für die öffentlichen Bauherren und gleichzeitig Planungssicherheit für Planer, Ingenieure und Baufirmen», ist Broye überzeugt. Einige der strategischen Schwerpunkte der KBOB sind die Beschaffung, digitales Bauen/BIM, das Normenwesen und die Zusammenarbeit mit Dritten. Gut sichtbar ist der Einfluss der KBOB beispielsweise beim Thema Nachhaltigkeit. Denn bevor Klimaziele sich zu einem politischen Pflichtprogramm entwickelten, beschäftigte sich die KBOB mit Lebenszykluskosten, Energieeffizienz und Ressourcenschonung. Heute erweitert sich dieser Fokus um Fragen der Kreislaufwirtschaft, der CO₂-Bilanz und der digitalen Planung. Die KBOB denkt Bauten nicht als Projekte, sondern als langfristige Investitionen der öffentlichen Hand. Diese Grundlagen finden ihren Niederschlag oft in Ausschreibungen und Verträgen. «Wir koordinieren, vermitteln und standardisieren. Das ist die Stärke der KBOB: Damit schaffen wir Verlässlichkeit in einem immer komplexeren Markt und sorgen dafür, dass öffentliches Bauen wirtschaftlich und nachhaltig erfolgt», erläutert Broye, der am Tag der Bauwirtschaft über die Zusammenarbeit auf dem Bau referiert.
Die KBOB
Die KBOB wurde 1968 als Koordinationsgremium der Bauorgane des Bundes gegründet, vor allem für Fragen des Submissionswesens, der Teuerungsabgeltung auf Bauleistungen und der Architekten- und Ingenieurhonorare. 1999 wurde das Gremium reorganisiert und wahrt seither die Interessen seiner Mitglieder als Bauherrin sowie Liegenschaftseigentümerin. Dabei vertritt sie diese Interessen gegenüber der Bauwirtschaft und ist zugleich ihr Ansprechpartner im Baubereich. Die Ziele, Aufgaben und Befugnisse der KBOB sowie ihre Organisation sind in der Verordnung über das Immobilienmanagement und die Logistik des Bundes, VILB, SR 172.010.21, Art. 25 f., geregelt. Mehr erfahren.
Tag der Bauwirtschaft 26. Juni 2026, Campus Sursee
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