Vom Lernenden zur Führungskraft

Das Karrieresystem des Bauhauptgewerbes bietet viele Chancen.

Eine Ausbildung im Bauhauptgewerbe ist mehr als der Einstieg ins Berufsleben. Wer Lernenden frühzeitig Karrierewege aufzeigt und sie gezielt fördert, schafft Perspektiven.

Thomas Planzer, Lehrlingsbetreuung, GAMMA AG

Die Ausbildung eigener Lernender hat für uns höchste Priorität. Wir bieten eine attraktive und abwechslungsreiche Lehre mit praxisnahen Einsätzen und eigenen Lehrlingsbaustellen. Gleichzeitig fördern wir unsere Mitarbeitenden gezielt und unterstüt-zen sie auf ihrem beruflichen Weg, vom Maurer über Kranführer, Vorarbeiter und Polier bis hin zum Bauführer. Um Fachkräfte langfristig zu halten, setzen wir auf moderne Arbeitsbedingungen, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, regelmässige Mitarbeitergespräche, Kurzschulungen sowie Anlässe zur Förderung des Teamzusammenhalts. Das Karrieresystem im Bauhauptgewerbe bietet jungen Menschen ausgezeichnete Perspektiven. Mit einer Grundbildung als Maurer EBA oder EFZ stehen viele Entwicklungsmöglichkeiten offen. Viele unserer Mitarbeitenden haben ihre Laufbahn als Lernende bei uns begonnen und sich Schritt für Schritt weiterentwickelt. Ein eindrückliches Beispiel ist unser Geschäftsführer, der den Weg vom Maurer über Vorarbeiter, Polier und Bauführer bis in die Geschäftsleitung gegangen ist. Wichtig ist dabei, dass jede Person den Weg wählen kann, der ihren Fähigkeiten und Zielen entspricht. Eine solide Grundausbildung ist die Basis für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Gerade im Bauhauptgewerbe ist eine Lehre von grossem Wert und schafft die Grundlage für spätere Entwicklungsschritte. Aus- und Weiterbildungen sollten praxisnah, flexibel und eng mit dem Berufsalltag verknüpft sein.

Pascal Keller, Bauführer, Mäder Bauunternehmen AG 

Um neue Lernende sowie Arbeits- und Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten, setzen wir auf eine praxisnahe Ausbildung, moderne Arbeitsbedingungen und eine gezielte Förderung. Gerade bei jungen Menschen ist es wichtig, ihnen frühzeitig zu zeigen, wie vielseitig und spannend eine Tätigkeit im Baugewerbe sein kann. Unsere Lernenden sollen von Anfang an viel praktische Erfahrung sammeln und gleichzeitig eine solide fachliche Grundlage erhalten. Das Karrieresystem im Bauhauptgewerbe bietet attraktive Möglichkeiten. Eine Ausbildung als Maurer EBA oder Maurer EFZ ist nicht das Ende der beruflichen Entwicklung, sondern kann der Beginn einer vielseitigen Karriere sein. Für uns gehört deshalb auch dazu, unseren Lernenden und Mitarbeiten-den aufzuzeigen, welche Möglichkeiten sich nach dem Ausbildungsabschluss ergeben. Dabei geht es nicht darum, dass jeder zwingend eine höhere Ausbildung absolvieren muss. Viel wichtiger ist, individuelle Stärken und Interessen zu erkennen und gemein-sam zu überlegen, welcher nächste Schritt sinnvoll sein könnte. Wer gerne auf der Baustelle arbeitet, kann sich fachlich weiterentwickeln und mehr Verantwortung als Vorarbeiter oder Polier übernehmen. Wer zusätzlich Interesse an Planung, Organisati-on und Führung hat, kann sich in Richtung Bauführung weiterentwickeln.

Gerhard Meyer, Geschäftsführer BZS

Als Verband unterstützen wir unsere Mitgliederfirmen vor allem bei der Nachwuchs-werbung an Berufsmessen, Gewerbeschauen und Tagen der offenen Baustelle. Der persönliche Kontakt und authentische Einblicke in die Branche sind entscheidend, um junge Menschen zu begeistern. Potenzial sehen wir auch bei Quereinsteigenden aus verwandten Berufen. Ebenso wichtig ist die Bindung bestehender Mitarbeitender: Eine wertschätzende Führung, gute Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten sind zentrale Voraussetzungen, um Fachkräfte langfristig zu halten. Das Karrieresystem im Bauhauptgewerbe bietet vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Vielen Lernenden ist dies zu Beginn ihrer Ausbildung noch nicht bewusst. Deshalb sollten Be-triebe spätestens im dritten Lehrjahr gezielt über Weiterbildungs- und Karrierewege sprechen. Unsere Absolventenbefragung 2025 zeigt, dass gerade dieser Punkt verbessert werden kann. Klare Perspektiven stärken Motivation und erhöhen die Bindung an die Branche. In der Grundbildung stehen eine hohe Ausbildungsqualität, eine gute Betreuung sowie die Förderung von Berufsstolz im Mittelpunkt. Gut ausgebildete und motivierte Lernende sind die beste Werbung für unsere Branche. In der Weiterbildung sind transparente und aufeinander abgestimmte Bildungsangebote wichtig, damit Fachkräfte ihre Laufbahn gezielt planen können. Der Masterplan 2030 hat dafür gute Grundlagen geschaffen, die konsequent weiterentwickelt werden sollten.

Ivan Guetg, Zindel Gruppe AG

Die Gewinnung neuer Lernender erfolgt durch gezieltes Arbeitgebermarketing über die eigene Lehrlings-Website, Social Media, Schulbesuche, Zukunftstag, Ferienpass und Schnupperlehren. Die Ausbildung erfolgt nach einem strukturierten Ausbildungs-konzept mit klaren Lehrplänen sowie dem Götti- bzw. Praxisbildnerprinzip. Regelmässige Auswertungen der Schul- und ÜK-Leistungen sowie interne Kurse fördern die fachliche und persönliche Entwicklung. Lehrlingsprojekte und ein jährlicher Lehrlings-tag stärken Teamgeist, Selbstständigkeit und die Identifikation mit dem Unternehmen. Ein leistungsorientiertes Lohnsystem motiviert die Lernenden zusätzlich. Nach dem Lehrabschluss wird eine Weiterbeschäftigung als Fachkraft innerhalb der Unternehmensgruppe angestrebt. Mitarbeitende werden durch kontinuierliche interne und externe Weiterbildungen sowie attraktive Fach- und Führungslaufbahnen langfristig gefördert. In unserem Ausbildungskonzept werden berufliche Laufbahnen aktiv aufgezeigt und als Bestandteil der Unternehmensstrategie kommuniziert. Bereits während der Lehrzeit fördern wir Lernende gezielt durch Praxis, interne Weiterbildungen und persönliche Betreuung. Aus- und Weiterbildung muss sich laufend an neue Technologien, Baumethoden und digitale Arbeitsprozesse anpassen. Kontinuierliche fachliche und persönliche Weiterbildung stärkt die Kompetenzen der Mitarbeitenden und erhöht die Motivation. Klare Karriereperspektiven vom Lernenden bis zur Führungsfunktion fördern die Bindung an das Unternehmen. Nur durch kontinuierliche Investitionen in Aus- und Weiterbildung kann dem Fachkräftemangel nachhaltig begegnet und die Qualität im Bauhauptgewerbe langfristig gesichert werden.

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