Das Baumeisterzentrum Effretikon bietet praxisorientierte Drohnenkurse für Baufachleute. Kursleiter Gilbert Wyrsch ist von den Vorteilen der Drohnen auf Baustellen überzeugt.
Drohnen haben sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Werkzeug auf Baustellen entwickelt. Sie ermöglichen eine schnelle, präzise und kosteneffiziente Erfassung von Daten aus der Luft und unterstützen Planer, Bauleiter und Ingenieure in vielen Phasen eines Bauprojekts. Einer, der das erkannt hat, ist Gilbert Wyrsch. Er, der schon als Jugendlicher Modellflugzeuge in den Himmel steigen liess und mit dem Drohnenfliegen als Hobby begann, erkannte ihre Vorteile für die Akteure auf der Baustelle früh. Seit 2016 amtet er als Kursleiter für den Umgang mit Drohnen. Vom Basiskurs bis zur Vermessung/Fotogrammetrie bringt er Interessierten viel Nützliches für den Baualltag bei.
Baufortschritt sichtbar machen
Was können Drohnen auf Baustellen? Ein zentraler Einsatzbereich ist die Vermessung und Dokumentation. Mit hochauflösenden Kameras und Sensoren erstellen Drohnen Luftbilder, 3D-Modelle und Orthofotos, die den Baufortschritt sichtbar machen. Dadurch lassen sich Abweichungen von der Planung frühzeitig erkennen und Entscheidungen fundierter treffen. Auch in der Bauüberwachung und der Qualitätssicherung spielen Drohnen eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen die Inspektion schwer zugänglicher oder gefährlicher Bereiche, etwa bei hohen Gebäuden, Dächern oder Brücken, ohne dass Gerüste oder Hebebühnen benötigt werden. Das erhöht die Sicherheit der Mitarbeitenden und reduziert Risiken. Für Wyrsch steht fest: «Drohnen werden mehr und mehr zum Standard – sei es für Baukontrollen, Vermessungen, Inspektionen oder Dokumentationen. Wer sich heute dieses Wissen aneignet, verschafft sich einen Vorteil.»
Innovationen sind für die Unternehmen des Bauhauptgewerbes ein grosses Thema. Sie prägen viele realisierte Projekte. Was sagen Baufirmen dazu?
Patrick Hofstetter, Geschäftsführer/Inhaber Hofstetter AG:
Wir schauen immer herum, welche Innovationen es auf dem Markt hat. Aktuell interessiert uns der 3D Betondruck, weswegen ich sogar auf Linkedin geschrieben habe: «Wer baut mit uns das erste Wohnhaus der Schweiz mit einem 3D-Betondrucker?» Dabei bezog ich mich auf ein bereits realisiertes Bauprojekt in Frankreich. Natürlich steht fest, dass man als Unternehmen nur auf den 3D-Druck setzen kann, wenn man in Sachen Digitalisierung die Hausaufgaben gemacht hat. Bei den Innovationen ist es immer eine Gradwanderung, weil man nicht immer derjenige sein kann, der vorausrennt und sich den Kopf anschlägt, man darf aber auch nicht ins Hintertreffen geraten. Auch ein kleines Bauunternehmen wie wir kann innovativ sein, wenn es aufmerksam verfolgt, was die Zukunft bringen könnte.
Andreas Lee, Geschäftsführender Gesellschafter sowie Verwaltungsrat Bischoff Bau AG:
Wir bauen Zukunft – weil Innovation bei der Bischoff Bau AG einen hohen Stellenwert hat. Unsere gelebte Innovationsfreude prägt unsere Zusammenarbeit, die mit anderen Akteuren der Baubranche und schlussendlich auch unsere Projekte.
Stefanie Jöhr, Mitglied des Verwaltungsrates BWT Bau AG:
Bei Innovationen spielen für uns die Mitarbeitenden eine wichtige Rolle. Wenn sie eine gute Idee haben, können sie sie einbringen. Die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat prüft sie und unterstützt, wenn der Vorschlag gut ist, die Implementierung. Wichtig ist, dass die GL und der Verwaltungsrat geschlossen hinter der Innovation stehen, denn bei den Mitarbeitenden gibt es bekanntlich häufig Widerstände, wenn Bekanntes verändert wird.
Luc Giroud, Direktor Technik und Innovation, Groupe Grisoni:
Innovation ist seit mehreren Jahrzehnten einer der Motoren unserer Gruppe. Sie ist untrennbar mit dem Unternehmergeist unserer Teams verbunden, die Tag für Tag dazu beitragen, Lösungen für zahlreiche, oft komplexe Herausforderungen in einem sich wandelnden Umfeld zu finden. Wir fördern das Testen von Methoden, Techniken und Prototypen im Massstab 1:1 auf unseren Baustellen und setzen dann alles um, was einen Mehrwert bringen kann, sei es in Bezug auf Umwelt, Sicherheit, Qualität oder Finanzen. Gleichzeitg bewahren wir das, was die Stärke unseres Unternehmens ausmacht: das menschliche Know-how.
Mit Eco Build 2.0 ersetzt die BWT Bau AG Pläne in Papierform durch Tablets. Das bietet den Akteuren auf der Baustelle viele Vorteile.
Müssen auf der Baustelle heutzutage noch Papierpläne im Umlauf sein, fragte sich bei der BWT Bau AG ein engagierter Spartenleiter. Würden Poliere nach einem Detail gefragt, müssten sie sich immer wieder zu ihrem Büro auf der Baustelle begeben, um auf dem Plan nachzuschauen. Auf einem Tablet, so die Überlegung, hätten sie die Pläne immer bei sich. Die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat waren von der Idee angetan. 2023 startete das Projekt Eco Build 2.0, mittlerweile sind 70 Prozent der Baustellen des Unternehmens papierlos.
Die Erfahrungen, meint Stephanie Jöhr, Mitglied des Verwaltungsrats, hätten auch Skeptiker überzeugt. «Wir zwingen aber niemanden, auf Papierpläne zu verzichten», präzisiert Jöhr. Sie betont die enorme Zeitersparnis, wenn Pläne nicht mehr ausgedruckt und verteilt werden müssen. Zudem hätten die Poliere immer die Gewissheit, mit aktuellen Plänen zu arbeiten. Dies reduziert die Fehleranfälligkeit. Durch den Wegfall der Blockkosten werden Einsparungen erzielt, von denen auch der Bauherr profitiert. Zudem fällt dadurch auch viel Papier weg.
Bei der Wahl der Tablets sei darauf geachtet worden, erläutert Jöhr, dass diese wasserdicht seien, auch mit Handschuhen bedient werden könnten und resistent seien. Das gewählte Modell habe sich sehr bewährt. Zusätzlich hätten die Poliere noch einen grossen Bildschirm in ihrem Büro. Insgesamt seien auf ihren Baustellen bis zu zehn Tablets im Umlauf, damit alle, die es gerade müssen, auf die Pläne zugreifen können. Jöhr erklärt, dass das Unternehmen zusätzlich zahlreiche Prozesse digitalisiert habe, um die Effizienz zu steigern. Eco Build 2.0, betont sie aber, sei nicht die Implementierung von BIM, sondern ein Zwischenschritt dazu. «Viele Akteure aus anderen Gewerken und Bereichen sind noch nicht bereit für BIM, deshalb haben wir diesen Zwischenschritt eingeplant», erläutert sie.
Die Schweizer Bauwirtschaft verfügt über grosses Innovationspotenzial, nutzt es aber noch zu wenig. Für Professor Adrian Wildenauer geht es weniger um Tools als Prozesse, Unternehmenskultur und vor allem die Mitarbeitenden. Darin sieht er für kleine Betriebe grosse Chancen.
In der Bauwirtschaft wird Innovation häufig mit Digitalisierung und neuen Technologien gleichgesetzt. Warum greift diese Sicht zu kurz?
Weil Innovation kein Tool ist. Ein Tool ist immer nur das Ergebnis oder ein Hilfsmittel, das heisst, es kann Innovation unterstützen, aber es ersetzt sie nicht. Der eigentliche Hebel liegt bei den Prozessen, der Organisation und der Art, wie ein Unternehmen arbeitet. Viele haben in den letzten Jahren viel Geld in Software investiert, ohne dass sich die erwünschten Effekte eingestellt haben. Das passiert halt nicht, wenn die Grundlagen nicht stimmen. Wenn Prozesse unklar sind, Daten mehrfach oder falsch erfasst werden oder Mitarbeitende nicht geschult sind, dann digitalisiert man am Ende nur bestehende Probleme.
Was wäre der richtige Ansatz?
Zuerst die Prozesse verstehen und hinterfragen, erst dann über Technologien sprechen. Warum wird eine Information mehrfach erfasst? Warum läuft ein Dokument durch fünf Hände? Warum braucht ein Entscheid so lange? Wenn man sich solche Fragen ehrlich stellt, findet man oft einfache Lösungen. Meine Forschung zeigt, dass es erst dann Sinn macht, über digitale Unterstützung nachzudenken, wenn klar ist, wie der Prozess optimal laufen soll. In vielen Fällen reichen kleine Lösungen, manchmal sogar ein Excel-Makro. Innovation muss nicht Hightech sein, sondern wirksam im Alltag. Digitalisierung sollte immer das Ziel haben, Abläufe zu vereinfachen, Fehlerquellen zu reduzieren und Informationen durchgängig verfügbar zu machen. Die Technologie ist Mittel zum Zweck, nicht der Ausgangspunkt.
Sind grosse Digitalisierungsschritte also weniger wichtig als viele kleine Verbesserungen?
Innovation entsteht selten durch den einen grossen Wurf. In der Praxis sind es viele kleine, messbare Verbesserungen, die zusammen einen grossen Effekt haben. Eine automatisierte Auswertung, ein digitaler Lieferschein oder ein vereinfachter Ablauf kann im Alltag mehr bewirken als eine grosse Systemeinführung. Wichtig sind schnelle, messbare Erfolgserlebnisse. Die «grosse Innovation» entsteht meist aus vielen kleinen Verbesserungen.
Immer wieder sprechen Sie von den Mitarbeitenden …
Weil sie zentral sind, denn Innovation entsteht dort, wo täglich gearbeitet wird: auf der Baustelle, im Büro, in der Planung. Die Mitarbeitenden kennen die Probleme am besten. Sie wissen genau, wo Zeit verloren geht, wo Schnittstellen nicht funktionieren oder wo Fehler entstehen. Wenn man ihnen also Zeit und Raum gibt, Prozesse zu hinterfragen, entstehen oft sehr pragmatische und umsetzbare Lösungen. Interessanterweise haben viele dieser Ideen zunächst gar nichts mit IT zu tun, sondern mit Organisation, Abstimmung oder Verantwortlichkeiten. Diese zu ändern, kostet keine Welt.
Was bedeutet das für die Führung in den Unternehmen?
Ich meine, Firmenchefs müssen Innovation ermöglichen. Es geht weniger darum, selbst der innovativste Kopf zu sein, sondern ein Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeitende ihre Ideen einbringen können. Ein moderierter Workshop oder ein regelmässiger Verbesserungsprozess kann sehr viel bewegen. Erst wenn klar ist, was man verbessern will, stellt sich die Frage nach dem passenden Tool. Wichtig ist auch, dass Vorschläge ernst genommen und schnell umgesetzt werden. Nichts bremst Innovationsbereitschaft stärker als Ideen, die in der Schublade verschwinden.
HWZ
In vielen Betrieben treffen heute unterschiedliche Generationen und Kompetenzprofile aufeinander. Wie kann man das nutzen?
Das ist eine grosse Chance. Junge Fachkräfte bringen digitale Kompetenzen und neue Denkweisen mit. Erfahrene Mitarbeitende verfügen über enormes Praxiswissen und kennen die Abläufe auf der Baustelle. Beide Perspektiven sind gleich wichtig. Innovation entsteht, wenn beide miteinander sprechen, und zwar genau an dieser Schnittstelle, nicht auf einer der beiden Seiten allein. Viele meiner Fallbeispiele zeigen, dass wirklich funktionierende Lösungen entstehen, wenn wir die Kompetenzen besser verbinden.
Gleichzeitig hört man oft, dass sich diese Gruppen schwer verständigen.
Genau deshalb muss man bewusst Brücken bauen. Junge Mitarbeitende sollten früh die Baustellenrealität kennenlernen. Umgekehrt müssen erfahrene Fachkräfte die Möglichkeit bekommen, sich mit digitalen Themen vertraut zu machen. Entscheidend ist, dass beide Seiten auf Augenhöhe arbeiten und voneinander lernen. Innovation ist kein Generationenthema, sondern ein Teamthema.
Gerade kleine Unternehmen sehen Innovation oft als zusätzliche Belastung. Ist das berechtigt?
Nicht unbedingt, denn kleine Unternehmen haben einen gewichtigen Vorteil: Sie sind agiler. Entscheidungswege sind kurz, Veränderungen können schnell umgesetzt werden. Wenn ein Betrieb mit fünf oder zehn Mitarbeitenden beschliesst, einen Prozess zu ändern, dann passiert das oft innerhalb von Tagen oder Wochen. In meiner Erfahrung sind grosse Organisationen meist schwerfälliger. Hier kann eine Veränderung manchmal Jahre dauern.
Wo liegen die grössten Chancen für kleine Unternehmen?
Kleine Betriebe sollten sich fokussieren. Sie müssen nicht alles machen und nicht jedem Trend folgen. Natürlich fehlt kleinen Betrieben oft die Zeit oder die Ressourcen für grosse Projekte. Aber genau deshalb sollten sie pragmatisch vorgehen: kleine Schritte, konkrete Verbesserungen, direkte Wirkung. Wer versucht, gleich das grosse Digitalisierungsprogramm umzusetzen, überfordert sich schnell. Viele erfolgreiche Beispiele zeigen, dass Innovation nicht von der Unternehmensgrösse abhängt, sondern von der Konsequenz in der Umsetzung.
Was sollten kleine Betriebe dabei vermeiden?
Innovation muss zum Betrieb passen und den Alltag erleichtern. Der grösste Fehler ist, Innovation mit grossen Projekten zu verwechseln. Wer versucht, ein umfassendes Transformationsprogramm aufzusetzen, überfordert sich schnell. Erfolgreicher ist ein schrittweises Vorgehen: ein Problem identifizieren, eine Lösung testen, den Nutzen sichtbar machen, und dann den nächsten Schritt gehen.
Wie gross ist der Druck zur Veränderung in der Baubranche?
Der Druck ist hoch und wird weiter steigen, aber in allen Branchen, nicht nur auf dem Bau. Viele erfahrene Fachkräfte gehen in den nächsten Jahren in Pension, gleichzeitig nimmt die Zahl der Nachwuchskräfte stetig ab. Das Bauvolumen bleibt jedoch hoch. Ohne Produktivitätssteigerungen durch bessere Prozesse, mehr Automatisierung und digitale Unterstützung wird es für die Baubranche zunehmend unmöglich, diese Lücke zu schliessen.
Welche Rolle spielt dabei die Attraktivität der Baubranche?
Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss moderne Arbeitsbedingungen bieten. Dazu gehören effiziente Abläufe, klare Strukturen und Werkzeuge, die wirklich unterstützen. Wer seine Mitarbeitenden einbezieht, ihnen Entwicklungsmöglichkeiten bietet und ihre Ideen ernst nimmt, erhöht die Bindung ans Unternehmen. Der Einbezug der Mitarbeitenden ist ein wichtiger Faktor für Motivation und Bindung, nicht nur der Lohn.
Sie sprechen vom Potenzial, das bereits vorhanden ist. Was meinen Sie damit?
Die Bauwirtschaft hat sehr gut ausgebildete Fachkräfte, viel Erfahrung und auch die technologischen Möglichkeiten. Was oft fehlt, ist die konsequente Umsetzung. Wir diskutieren viel über neue Standards, neue Tools oder neue Konzepte, und schaffen eigentlich nur Blasen. Aber am Ende entscheidet der Alltag: Werden Prozesse wirklich verändert? Werden Mitarbeitende einbezogen? Werden Entscheidungen umgesetzt?
Braucht es also weniger neue Konzepte und mehr Umsetzung?
Die Branche braucht weniger Diskussionen über das Nächste und mehr Fokus auf das Machbare. Viele Lösungen sind längst bekannt. Jetzt geht es darum, sie im Betrieb anzuwenden und Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Erfolgreich sind jene Betriebe, die klein anfangen, Erfolge sichtbar machen und daraus lernen. Innovation muss zum Betrieb passen und nicht umgekehrt.
Ihr Fazit für die Bauwirtschaft?
Mein Rat an jede Branche ist simpel: Innovation beginnt nicht mit Software, sondern mit Menschen und Prozessen. Wer die Ideen der Mitarbeitenden nutzt, Abläufe konsequent verbessert und pragmatisch vorgeht, braucht keine spektakulären Lösungen. Entscheidend ist, ins Handeln zu kommen.
Zur Person
Prof. Dr. Adrian Wildenauer ist seit Februar 2026 Leiter des Center Digital Building & Real Estate an der Hochschule für Wirtschaft Zürich. Davor war er Professor für digitales Bauen an der Berner Fachhochschule. Wildenauer kennt die Baubranche aus seinen Tätigkeiten als Leiter BIM-Standardisierung und Branchenaktivitäten bei der SBB sowie aus leitenden Funktionen bei pom+ Consulting, Ernst & Young Real Estate und Ed. Züblin AG.
Die Baustelle bleibt ein Ort harter körperlicher Arbeit. Eine neue Generation von Hilfsmitteln schickt sich an, Gelenke und Muskeln zu entlasten und zu kühlen: Exoskelette und Kühlwesten versprechen mehr Gesundheit für Arbeitende.
Trotz modernem Maschinenpark und fortschreitender Technik ist die Arbeit auf Baustellen immer noch mit viel Heben, Tragen und Arbeiten in gebückter Haltung verbunden, die eine Belastung für Muskeln und Gelenke darstellen. Langfristige Über- und Fehlbelastung können zu chronischen Schmerzen, Muskelskelett-Erkrankungen und krankheitsbedingten Ausfällen führen. Das Exoskelett ist eine innovative Lösung, die diese Risiken minimiert.
Das Interesse in der Baubranche an der neuen Technologie ist gross. So findet das Exoskelett seit der Einführung 2021 in vielen Berufsgruppen der Bauwirtschaft Anwendung – im Trockenbau, im Elektro-, Sanitär- und Klimabereich, bei Zimmerleuten, Malern und Stuckateuren sowie allgemein in der Sanierung. Viele weitere Bauberufe, etwa Maurer, können vom Gerät profitieren. Diese mechanischen Helfer sind in anderen Industrien schon länger im Einsatz, zum Beispiel im Autobau oder bei der Schweizer Post.
Exoskelette erinnern an ein Korsett, das wie ein Rucksack angeschnallt und zusätzlich an den Oberarmen fixiert wird. Bei Tätigkeiten über Schulterhöhe unterstützen Seilzüge die Muskeln und entlasten Rücken und Schultern: Das Gewicht der Arme und des Werkzeugs wird mechanisch auf die Hüfte abgeleitet.
Unterstützung bei vielen Bauarbeiten
Man unterscheidet zwei Typen: Passive Exoskelette speichern Energie bei einer Bewegung (zum Beispiel Bücken) und geben sie beim Aufrichten wieder ab. Sie benötigen keinen Akku. Aktive Exoskelette sind mit Elektromotoren und Akkus ausgerüstet, die die Muskelkraft verstärken oder Lasten aktiv abfedern. Sie bieten Unterstützung bei vielen Bauarbeiten. Zum Beispiel bei Pflasterarbeiten, bei der es bei stundenlang gebücktem Arbeiten die Belastung des Rückens und der Gelenke verringert, bei Tiefbauarbeiten, bei Aushubarbeiten, Kanalbau und Rohrverlegungen. Das Heben und Tragen von schweren Baumaterialien wird durch ein Exoskelett spürbar erleichtert und gleichzeitig steigert das Gerät Effizienz, Produktivität und Sicherheit auf Baustellen.
Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels können sich Innovationen zur Gesundheitsprävention gerade für ältere Bauleute auszahlen. Der Bau- und Immobiliendienstleister Implenia testete im 2019 zwei Exoskelette in der Praxis auf einer Baustelle in Basel. Dieser zweiwöchige Testlauf ergab, dass Exoskelette für Tätigkeiten mit einem Armwinkel von über 60 Grad hilfreich sind und der Einsatz bei wiederholenden Aktivitäten interessant ist, da sie Ermüdungen vorbeugen. Das Implenia-Fazit: Je nach Tätigkeit ist der Einsatz von Exoskeletten auf Baustellen durchaus sinnvoll.
Kühlwesten bei Extremtemperaturen
Eine weitere innovative Technik schafft bei grosser Hitze die nötige Kühle. Die Rede ist von Kühlwesten, die bei extremen Temperaturen von Unternehmen an die Arbeitenden abgegeben werden. Der Vorteil der Westen: Eine angenehme Kühlwirkung durch den natürlichen Luftzug, der Körperenergiehaushalt des Trägers wird deutlich verbessert, weil er weniger Energie zum Herunterkühlen braucht. erforderlich ist und somit mehr für die anstrengenden Arbeiten bereitsteht Durch die genannten Vorteile ereignen sich weniger Arbeitsunfälle. Wenn Arbeitende Kühlwesten tragen, werden sie bei starker Sommerhitze weniger schnell müde, bleiben leistungsfähiger und Arbeitsunfälle werden reduziert.