Hitzeschutz braucht Spielraum 

Auf der Baustelle «Oberer Widacher» im aargauischen Fischbach-Göslikon kann die Birchmeier Bau AG während der Hitzeperioden bereits ab sechs Uhr arbeiten. Chefpolier Marcel Meier und Bauführer Lukas Schläppi sind froh darum.

An Tagen mit grosser Hitze zählt jede Stunde. Auf der Baustelle «Oberer Widacher» in Fischbach-Göslikon darf die Birchmeier Bau AG bereits ab sechs Uhr morgens arbeiten, um die Mitarbeitenden besser vor der Hitze zu schützen. Denn früher beginnen bedeutet, die heissesten Stunden zu meiden. Deshalb beantragte Bauführer Lukas Schläppi bei der Gemeinde, an Tagen mit über 30 Grad bereits um 6 Uhr mit den Arbeiten beginnen zu dürfen.

Die Gemeinde unterstützte das Vorgehen und erteilte am 23. Juni innerhalb von drei Arbeitstagen die Bewilligung. Zudem informierte sie die Öffentlichkeit auf ihrer Website über die Massnahme. Die Birchmeier Bau AG ihrerseits informierte die Anwohnerinnen und Anwohner mit einem Schreiben.

Generell ist die Birchmeier Bau AG begeistert von der Solidarität der Gemeinden. «Wir haben Dutzende Gemeinden angefragt und sind beeindruckt vom grossen Verständnis, das unseren Mitarbeitenden entgegengebracht wird», erklärt Markus Birchmeier, CEO der Birchmeier Gruppe, sehr erfreut. Chefpolier Marcel Meier ergänzt, dass die Mitarbeitenden und auch er selbst über die Möglichkeit, früher zu starten, ebenfalls sehr froh seien. Aufwändig bleibt jedoch, dass für jede Gemeinde und teilweise für einzelne Baustellen eine Bewilligung eingeholt werden muss.

«Eine gute Planung reicht nicht.»

Schläppi betont, dass Bauunternehmen mit guter Planung und Schutzmassnahmen gegen die Hitze viel erreichen können: schwere Arbeiten in die kühleren Stunden legen, früher starten, Schatten organisieren, gratis Trinkwasser und Sonnenschutz bereitstellen und die Teams sensibilisieren. Zudem hat Birchmeier in diesem Jahr erstmals Elektrolyttabletten verteilt. Sie helfen dabei, die durch das Schwitzen verlorenen Elektrolyte wie Natrium (Salz) und andere Mineralstoffe wieder auszugleichen. «Wir können auf der Baustelle viel tun», erklärt Schläppi. «Aber bei längeren Hitzeperioden stossen alle Schutzmassnahmen an ihre Grenzen.» Dann werde die Frage der Verantwortung zentral. Wenn Arbeiten langsamer vorangehen oder unterbrochen werden müssen, dürften die Folgen nicht einseitig beim Bauunternehmen hängen bleiben. «Es wäre wünschenswert, wenn Bauherrschaften bei grosser Hitze faire Fristen ermöglichen», so Schläppi weiter. Damit Hitzeschutz auf dem Bau wirklich funktioniert, müssen also alle Beteiligten mitziehen: auf der Baustelle, bei den Gemeinden und bei den Bauherrschaften.