Digitalisierung, steigende Komplexität und Fachkräftemangel fordern von der Bauwirtschaft neue Antworten. Diese sollen künftig unter anderem von den Projektfachfrauen/-männern Bau kommen. Nach der Zustimmung der SBV-Delegierten geht es los mit der Umsetzung des neuen Bauberufs.
Mit der/dem neuen «Projektfachfrau/-mann Bau» entsteht ein neues Berufsprofil, das in erster Linie Vernetzungskompetenzen erfordert: Baustelle und Büro, Praxis und Organisation, Technik und Digitalisierung. «Bauen bedeutet auch Koordination, Datenmanagement und Kommunikation», erklärt der zuständige Projektleiter beim SBV, Christoph Gerber. «Genau dafür braucht es die Projektleute Bau. Gesucht sind Fachleute, welche die Verantwortlichen unterstützen und entlasten.» Sie sollen auf den Baustellen den Überblick behalten, Prozesse begleiten und Projekte effizient voranbringen. Auch das hilft, den Fachkräftemängel zu lindern.
Der neue Berufsabschluss vereint bautechnisches Wissen mit digitalen und administrativen Kompetenzen. «Das eröffnet neue Perspektiven für engagierte Fachkräfte und bietet Chancen für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus baunahen Berufen», weiss Gerber. Dass das Profil nicht Theorie, sondern eine Antwort auf die Realität auf Schweizer Baustellen ist, hat eine Branchenumfrage gezeigt. Danach beurteilen 82 Prozent der Unternehmen das Berufsbild und das Qualifikationsprofil als positiv oder eher positiv. «Die breite Unterstützung zeigt, dass der neue Abschluss praxisrelevant ist», zeigt sich Gerber überzeugt.
Mit dem OK der Delegiertenversammlung am 27. Mai 2026 befindet sich der neue Beruf auf der Zielgeraden. «In den nächsten Monaten werden wir mit dem zuständigen Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation die letzten Details klären, dann geht es richtig los», freut sich Gerber. 2028 soll die Ausbildung starten, sodass die ersten Projektfachleute Bau im Jahr darauf ihren Fachausweis in der Hand halten.