SVP-Initiative: Inländerförderung und EU-Fachkräfte nötig
Trotz massiver Investitionen in Berufsbildung und Nachwuchsförderung bleibt das Bauhauptgewerbe auf qualifizierte Fachkräfte aus dem EU-Raum angewiesen.
Die Bauwirtschaft investiert heute so stark in die Aus- und Weiterbildung wie selten zuvor. Trotzdem bleibt sie auch in Zukunft auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Genau deshalb empfiehlt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) ein Nein zur sogenannten Nachhaltigkeitsinitiative der SVP, über die die Schweizer Stimmbevölkerung am 14. Juni 2026 abstimmt.
Grosse Anstrengungen bei Aus- und Weiterbildung
Das Bauhauptgewerbe hat die Herausforderungen im Bereich Fachkräftesicherung früh erkannt und reagiert. Mit dem Masterplan «SBV-Berufsbildung 2030» läuft seit mehreren Jahren eine umfassende Modernisierung der gesamten Aus- und Weiterbildung. Nach einer breit abgestützten Bedarfsanalyse mit allen wichtigen Akteuren der Branche werden die reformierten Bildungsangebote schrittweise eingeführt.
Die Reformen tragen den veränderten Anforderungen auf dem Bau gezielt Rechnung. Digitalisierung, nachhaltiges Bauen, neue Bauprozesse sowie moderne Führungsaufgaben prägen den Berufsalltag zunehmend. Gleichzeitig werden die Ausbildungen praxisnäher, flexibler und individueller gestaltet. Eine zentrale Rolle spielt dabei das sogenannte «Workplace Learning»: Lernen direkt im Arbeitsumfeld. Die Branche ist überzeugt, dass praxisnahe Ausbildung und gezielte Begleitung nicht nur die Ausbildungsqualität verbessern, sondern auch die Betriebs- und Branchentreue langfristig stärken.
Moderne Berufswerbung für eine neue Generation
Parallel dazu hat das Bauhauptgewerbe seine Berufswerbung in den vergangenen Jahren stark modernisiert. Jugendliche sollen dort erreicht werden, wo sie sich täglich informieren und austauschen – auf Instagram, TikTok, YouTube oder Facebook. Die Kommunikation setzt bewusst auf authentische Einblicke statt auf Hochglanzwerbung. Lernende aus den jeweiligen Regionen treten als Botschafter auf und sprechen Schülerinnen und Schüler direkt an und das im vertrauten Dialekt und in Alltagssprache. Sie zeigen auf, wie modern Baustellen heute sind, welche sichtbaren Projekte entstehen und welche Karrierechancen der Bau bietet. Gleichzeitig wird deutlich gemacht, dass Berufe im Bauhauptgewerbe attraktive Löhne und langfristige Perspektiven bieten.
Inländerförderung allein reicht nicht aus
Trotz grosser Investitionen in Aus- und Weiterbildung kann der künftige Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften nicht allein im Inland gedeckt werden. Die Bauwirtschaft bleibt deshalb auf Baustellenpersonal aus dem Ausland angewiesen. Dank der Personenfreizügigkeit mit der EU können Unternehmen fehlende Fachkräfte gezielt rekrutieren als notwendige Ergänzung zur Förderung der Berufsbildung in der Schweiz.
Jetzt Nein auf den Stimmzettel schreiben
Am 14. Juni 2026 entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die Nachhaltigkeitsinitiative der SVP. In vielen Regionen sind die Abstimmungsunterlagen bereits eingetroffen. Wer verhindern will, dass sich der Fachkräftemangel auf dem Bau weiter verschärft, sollte das Stimmkuvert frühzeitig öffnen und ein Nein auf den Stimmzettel schreiben. Denn jedes Nein trägt dazu bei, dem Bauhauptgewerbe auch künftig die dringend benötigten Fachkräfte aus dem Ausland zu sichern.