Prägende Trends im Bauwesen
Der Schweizerische Baumeisterverband verschafft der Bauwirtschaft einen grossen Vorteil: Der SBV Trendradar beleuchtet Herausforderungen, die die Branche nachhaltig verändern.
Der Radar wird Ende Mai veröffentlicht und basiert auf der Einschätzung von 48 Expert/-innen. Er zeichnet Entwicklungen, Tendenzen sowie aktuelle und künftige Innovationen von 26 Trends nach, von denen 11 mit höchster Handlungspriorität (Kategorie ACT) eingestuft wurden. Das Ziel: angemessen auf die Herausforderungen der Branche reagieren. Die aktualisierte Version 2026 bietet eine Landkarte der wichtigsten Entwicklungen mit Einfluss auf die Schweizer Bauwirtschaft: künstliche Intelligenz (KI), Modernisierung des Gebäudeparks und Personalmangel.
Der Trend mit dem grössten Einfluss auf die Branche ist klar die KI. Allerdings fehlt es unter anderem in diesem Bereich noch an Kompetenzen. Moritz Lüscher, Leiter Digitalisierung beim SBV, betont: «KI ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern in vielen Unternehmen bereits Realität.» Während generative KI-Tools in den Büros bereits etabliert sind, steckt deren Einsatz bei der Planung und auf den Baustellen noch in den Kinderschuhen.
Der Radar bestätigt ausserdem, dass der Umbau bestehender Gebäude immer wichtiger wird. Der Schweizer Gebäudepark ist für die Klimaziele zentral, da er für 24 Prozent der landesweiten CO₂-Emissionen und 45 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich ist. Derzeit liegt die Sanierungsquote bei unter einem Prozent pro Jahr, dürfte jedoch ansteigen. «Bauen im Bestand ist anspruchsvoller als ein Neubau auf unberührtem Boden, doch hier liegt die Zukunft der Bauwirtschaft», so Moritz Lüscher.
Nicht zuletzt bleibt auch der Personalmangel ein zentrales Problem. Die Branche reagiert darauf bereits mit modernisierten Ausbildungen, Weiterbildungsprogrammen auf dem Campus Sursee und beruflichen Umschulungsprogrammen. Aus den Expertenkommentaren werden zudem neue Stossrichtungen sichtbar, wie etwa die psychische Gesundheit oder die Weiterbeschäftigung erfahrener Mitarbeitender über das Pensionsalter hinaus.
Die Branche fängt also nicht bei null an, um die laufenden Veränderungen mitzutragen. Dank des Radars können Baufachleute den Entwicklungen vorgreifen und handeln. Zum ersten Mal verfügt der Radar ausserdem über Deep Dives (tiefgehende Analysen) für jeden Trend mit Verweisen auf die Praxis und konkreten Bedingungen für Unternehmen.