Montag, 31.08.2026

Lernende übernehmen Verantwortung

(c) SBV/Thomas Staffelbach

Der Marti-Erlebnistag verbindet soziales Engagement, Begegnung und Ausbildungskultur. Für die Lernenden bedeutet der Anlass, Verantwortung übernehmen, Menschen unterstützen und die Bauwelt mit Freude erlebbar machen.

Rund 320 Gäste mit Beeinträchtigung und 80 Betreuungspersonen besuchten am 10. Juni den 19. Marti-Erlebnistag im Amphitheater Hüntwangen. Unter dem Motto «Action» standen Zipline, Speed-Tubing, Laser-Biathlon und Airbrush auf dem Programm. Der Tag bot Raum zum Ausprobieren, Mitmachen und Staunen mit vielen neuen Erfahrungen und sichtbarer Freude bei den Teilnehmenden.

Auch der klassische Bauparcours durfte nicht fehlen. Die Gäste konnten die Bauwelt von Marti aktiv und hautnah erleben, Kleinbagger fahren, Dumper steuern, Schubkarren stossen oder Nägel einschlagen. Begleitet wurden sie von Lernenden der Marti AG, die erklärten, unterstützten und auf die Sicherheit achteten. Für Gian-Reto Hess, Leiter Grundbildung, ist der Erlebnistag deshalb weit mehr als ein Firmenanlass: «Im Zentrum stehen Begegnung, Respekt, Freude und soziale Verantwortung.»

(c) SBV/Thomas Staffelbach

Ausbildung, die über den Baustellenrand hinausgeht

Für die Lernenden der Marti AG ist der Erlebnistag ein besonderer Teil ihrer Ausbildung. Nach einem kurzen Briefing organisierten sie sich weitgehend selbständig und teilten ihre Einsätze an den verschiedenen Posten eigenverantwortlich ein. Gefragt waren nicht nur handwerkliches Wissen, sondern auch Geduld, Offenheit und ein gutes Gespür für das Gegenüber. «Selber Verantwortung zu übernehmen, ist wichtig», sagt Stefan, Maurerlernender im ersten Lehrjahr. Gleichzeitig erlebten die jungen Berufsleute unmittelbar, wie viel Freude ihr Einsatz auslösen kann. Besonders in Erinnerung geblieben ist Stefan das Lächeln der Gäste.

(c) SBV/Thomas Staffelbach

Brücken bauen auf Augenhöhe

Für Hess macht genau diese Mischung den Erlebnistag so wertvoll. «Die Begegnungen sind direkt, respektvoll und findet auf Augenhöhe statt. Menschen mit Beeinträchtigung tauchen für einen Tag mitten in die Bauwelt ein, aktiv, nahbar und ohne Berührungsängste.» Gleichzeitig erleben die Lernenden, was Verantwortung ausserhalb des klassischen Ausbildungsalltags bedeutet, nämlich zuhören, unterstützen, Sicherheit geben und offen auf andere Menschen zugehen. So entstehen Begegnungen, die bewegen und Brücken bauen, die weit über Bau, Beton und Maschinen hinausreichen. Marti führte den Erlebnistag 2006 erstmals durch. Seither steht dieses soziale Engagement anstelle der traditionellen Weihnachtsgeschenke der Baugruppe. Für die Marti AG, ist der Anlass ein fester Bestandteil der gelebten Ausbildungskultur: Lernende übernehmen Verantwortung, handeln selbständig und setzen sich für andere ein. «Der Marti-Erlebnistag zeigt jedes Jahr aufs Neue, wie wichtig echte Begegnungen sind», sagt CEO Paul Bühler.