Dienstag, 30.09.2025

Kleiner Hebel, grosse Wirkung – wie digitale Unterschriften die Bauwelt verändern

Kleiner Hebel, grosse Wirkung – wie digitale Unterschriften die Bauwelt verändern

Stellen Sie sich vor: Ein Werkvertrag liegt auf dem Tisch. Alles ist verhandelt, nur die Unterschrift fehlt. Doch statt Wochen des Wartens, Scannens und Postversands ist der Vertrag innert Minuten rechtsgültig besiegelt. Zukunftsmusik? Nein, Realität.

In der neuesten Folge von BauTechTalk drehte sich alles um diesen unscheinbaren, aber mächtigen Hebel: die digitale Signatur. Zu Gast war Claudia Dietschi, Head of Revenue beim Schweizer Anbieter Skribble, die aus erster Hand schilderte, wie Bauunternehmen mit wenigen Klicks Zeit, Geld und Nerven sparen können.

Der Trugschluss mit dem JPEG

Noch immer zirkulieren in der Branche Verträge, auf denen einfach eine eingesannte Unterschrift eingefügt wurde. Ein Bildchen im Dokument, mehr nicht. Doch was passiert, wenn es hart auf hart kommt? «Vor Gericht hält das nicht stand», warnt Dietschi. Ein visuelles Placebo, so unsicher wie die gefälschten Elternsignaturen aus der Schulzeit. Wer so arbeitet, spielt mit hohen Risiken.

Die Lösung sind zertifikatsbasierte digitale Signaturen. Sie sind nach Schweizer ZertES und eIDAS rechtlich abgesichert und für Bauverträge, Arbeitsverhältnisse oder Lieferantenabmachungen unverzichtbar.

Mit der digitalen Signatur geben wir den Menschen Zeit zurück. Zeit, die sie ins Kerngeschäft investieren können, statt sie mit langweiligen Prozessen zu verschwenden.

Zeit ist Geld und Vertrauen

Dass die digitale Signatur mehr als nur Rechtssicherheit bringt, zeigen eindrückliche Beispiele:

  • In der Immobilienbranche konnten 200 bis 300 Wohnungen innerhalb von 48 Stunden vermietet werden. Ohne digitale Signaturen wäre das unmöglich gewesen.
  • Im Alltag von Bauunternehmen ersetzt ein Klick mühsame Fahrten quer durch die Stadt, nur um Verträge physisch zu übergeben.

Traditionell kostet eine Unterschrift rund 30 Minuten. Digital dauert es drei bis sieben Minuten. Und jede Minute weniger ist bares Geld und mehr Fokus aufs Kerngeschäft.

Drei Stufen, ein Ziel: Rechtssicherheit

Nicht jede Signatur ist gleich. Skribble unterscheidet zwischen:

  1. Einfacher elektronischer Signatur (EES)
  2. Fortgeschrittener elektronischer Signatur (FES) mit SMS-Bestätigung
  3. Qualifizierter elektronischer Signatur (QES), die rechtlich der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt ist

Gerade für Arbeitsverträge oder grössere Werkverträge empfiehlt sich die QES. Für kleinere Abmachungen genügt oft die FES. Leitfäden helfen, die richtige Stufe zu wählen.

Hürde Mensch, Chance Kulturwandel

Technisch ist die Einführung simpel. Die wahre Herausforderung sind die Gewohnheiten. Viele schieben das Signieren einfach auf, obwohl es Sekunden dauert. Erfolgreiche Unternehmen setzen auf klare Vorgaben von oben: Papier wird nicht mehr akzeptiert. So entsteht ein echter Kulturwandel und digitale Prozesse werden zur Normalität.

Sicherheit und künstliche Intelligenz

Natürlich schwingt beim Thema Digitalisierung auch Skepsis mit. Deepfakes oder Fehlzuweisungen durch KI sind reale Gefahren. Scribble setzt deshalb auf geprüfte Partner und strenge Tests. «Unsere Kunden sind keine Versuchskaninchen», betont Ditschi. Gleichzeitig eröffnet KI neue Chancen, etwa bei der Betrugserkennung oder der Automatisierung mühsamer Workflows. Das Ziel bleibt klar: Routinearbeit eliminieren und Zeit für das Zwischenmenschliche gewinnen.

Bauwirtschaft im Wandel

Die Bauindustrie steht vor grossen Herausforderungen: Klimawandel, steigende Kosten, sinkende Margen. Digitale Werkzeuge sind hier keine Spielerei, sondern ein Überlebensfaktor. Schon ein einfacher Schritt wie die digitale Signatur entfaltet enorme Wirkung. Ein kleiner Hebel mit grossem Effekt. Und er macht Bauunternehmen attraktiver für neue Generationen, die moderne Arbeitsweisen erwarten.

Fazit und Aufruf

Keine JPEGs mehr unter Verträgen, diese Zeit ist vorbei. Die Zukunft gehört der rechtsgültigen digitalen Signatur. Sie beschleunigt Abläufe, senkt Kosten und gibt Unternehmen die wertvollste Ressource zurück: Zeit.

SBV-Mitglieder profitieren dabei von exklusiven Rabatten und können Tools wie Casus kostenlos nutzen, um Verträge von A bis Z digital abzuwickeln.

Wer nicht länger warten will, sollte jetzt handeln. Dies ist der Moment, den kleinen Hebel umzulegen und die grosse Wirkung zu erleben.

Hört rein, in Folge 21 des BauTechTalks.

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