Dienstag, 28.04.2026

Durchschnittslöhne im Bauhauptgewerbe steigen um 0,3 Prozent auf 82 000 Franken pro Jahr

Das LMV-Personal verdient 2026 durchschnittlich 6‘282 Franken im Monat. Dies entspricht einem Jahreslohn von rund 82‘000 Franken. Der Lohn ist damit um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, wobei die neue Baustellenzulage von 4 Franken pro Arbeitstag darin nicht enthalten ist.

Quelle: SBV-Lohnerhebung 2026

Im Rahmen der Verhandlungen über den Landesmantelvertrag 2026–2031 beschlossen die Sozialpartner, den Mindestlohn leicht anzuheben, den Effektivlohn jedoch unverändert zu lassen. Trotzdem haben die Baumeister von sich aus die Löhne um 0,3 Prozent im Durchschnitt angehoben. Im Jahr verdient das LMV-Personal damit 82 000 Franken. Dies entspricht einem monatlichen Salär von 6 282 Franken. Diese Beträge enthalten keine Zuschläge wie etwa die 2026 neu eingeführte Baustellenzulage von 4 Franken je Arbeitstag.

Seit 2000 deutlicher realer Zuwachs

Seit dem Jahr 2000 ist der Reallohn des LMV-Personals um 14,5 Prozent gestiegen. Für 2026 wird mit einer Inflation von etwa 0,3 Prozent gerechnet, dies unter Einbezug der wirtschaftlichen Folgen des aktuellen Konflikts zwischen dem Iran und anderen Akteuren im Nahen Osten.

Poliere erhalten wie im Vorjahr 8 260 Franken pro Monat. Das grösste Lohnplus erzielen die qualifizierten EFZ-Maurer und -Strassenbauarbeiter mit 1,0 Prozent mehr gegenüber 2025. In der Lohnklasse C (Hilfsarbeiter ohne Berufsabschluss oder -erfahrung) ist der Durchschnittslohn etwas gesunken. Der Lohn wird über alle Altersjahrgänge berechnet. In der Lohnklasse C hat der Anteil an jüngeren Erwerbstätigen gegenüber dem Vorjahr zugenommen, weil zahlreiche besserverdienende Ältere mittlerweile in Frühpension getreten sind.

Pensionswelle auf hohem Stand

Das Durchschnittsalter im Bauhauptgewerbe beträgt mittlerweile 45,3 Jahre; es ist gegenüber dem Vorjahr weiter gestiegen. Die Pensionierungswelle rollt und erreicht allmählich ihren Höhepunkt. In den nächsten Jahren dürfte die Branche jünger werden, da viele ältere Arbeitskräfte in Pension treten. Mit den bisherigen Massnahmen wurde nicht ausreichend Nachwuchs rekrutiert, um die Fachkräftelücke zu füllen.

Dabei zahlt sich Leistung aus, sowohl innerhalb einer Lohnklasse als auch um mittels Weiterbildung in die nächsthöhere Klasse zu wechseln. In der Lohnklasse C beträgt der Unterschied zwischen den höchsten und den tiefsten 20 Prozent der Verdienenden rund 11 Prozent. Je höher die Lohnklasse, desto stärker schlägt sich Leistung im Lohn nieder: Bei den Polieren beträgt die Differenz sogar 20 Prozent. Zudem lohnt der Sprung von einer Lohnklasse in die nächsthöhere. Eine Weiterbildung führt im Durchschnitt zu einem monatlichen Einkommenszuwachs von 600 Franken.

Hoher Ausländeranteil bei Hilfs- und Fachkräften

Die Rekrutierung und Fortbildung ausländischer Arbeitskräfte sind essenziell, um die Lücken zu schliessen. Da in den tieferen Lohnklassen (C, B und A) der Ausländeranteil über 80 Prozent beträgt, ist das Potenzial gross. In den höheren Lohnklassen liegt ihr Anteil zwischen 30 Prozent und 50 Prozent. Im Bauhauptgewerbe sind rund 100 Nationalitäten vertreten, die sich jedoch auf wenige grosse Gruppen konzentrieren: 34,7 Prozent Schweizer und 31,0 Prozent Portugiesen. Die beiden Staaten zusammen stellen also bereits zwei Drittel des Baustellenpersonals. Rund 90 Prozent aller Ausländer stammen aus der EU. Damit ist der Anteil Beschäftigter in den letzten Jahren um ein paar Prozentpunkte gestiegen. Das Gros stellen aber weiterhin die europäischen Länder. Um Zugang zu Hilfs- und Fachkräften zu sichern, ist es wichtig, die Personenfreizügigkeit aufrecht zu erhalten. Dies ist ein Grund, weshalb der SBV die Nein-Parole zur SVP-Initiative über die 10-Millionen-Schweiz beschlossen hat.

Lohnklasse20262025Differenz in CHFDifferenz in Prozent
Poliere 8 260 8 260–  0.0%
Vorarbeiter 7 089 7 052370.5%
Lohnklasse Q 6 494 6 429651.0%
Lohnklasse A 6’338 6 320180.3%
Lohnklasse B 5’831 5 820110.2%
Lohnklasse C 5 209 5 251–42–0.8%
LMV-Personal (ohne Poliere) 6 282 6 261210.3%
Baustellenpersonal (mit Poliere) 6 538 6’498400.6%