Die subtile unterirdische Revolution
In Zürich entwickelt ein Team von Studierenden einen Roboter, der dank 3D-Drucktechnik fortlaufend Tunnel bohren und Tunnelwände bauen kann. Das Ziel: den Bau unterirdischer Infrastruktur zu revolutionieren.
Beim 2020 gegründeten Projekt Swissloop Tunneling streben Studierende der ETH Zürich und anderer Universitäten nach neuen Konzepten für den Tunnelbau. Mit innovativen Ansätzen entwickelt das Team Maschinen, die im Vergleich zur aktuellen Technologie effizienter und weniger invasiv sind.
Christoph Ott, Partnerschaftsverantwortlicher, erläutert: «Heutige Methoden sind teuer, langsam und oft extrem störend für das urbane Umfeld. Strassensperren, schwere Logistik und Abhängigkeit von modularen Bauteilen: diese Hindernisse wollen wir überwinden.»
Das von Swissloop Tunneling entwickelte Robotermodell in der dritten Iteration heisst Groundhog Gamma. Die Mikrotunnelbohrmaschine in Form eines Prototyps bohrt und baut dank integriertem 3D-Druck-System gleichzeitig die Tunnelwand. «Das System ermöglicht einen steten Vortrieb ohne Unterbruch», so Ott. Das bedeutet weniger Stopps, einfachere Logistik und geringere Auswirkungen auf die Oberfläche.
Gedacht ist die Technologie für Wasser-, Strom- oder Kanalisationsnetze und könnte städtische Baustellen revolutionieren, insbesondere bei lockeren Böden. Weniger Transportaufwand und Schwermaschinen machen sie zudem nachhaltiger.
Abseits der technischen Innovation ist das Projekt zudem ein grosses Abenteuer für die Beteiligten. In Zusammenarbeit mit Industriepartnern und Fachleuten machen Studierende konkrete Erfahrungen. Nach mehreren Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben will das Team künftig die Verankerung in der Schweiz stärken und konkrete Anwendungen auf Marktreife hin entwickeln.