Den Bau im Fokus
Andrea Wucher denkt Wirtschaft neu – weg vom starren Verwalten, hin zu einer dynamischen Führungskultur. Am Tag Bauwirtschaft sagt die Managerin, welche Faktoren für eine erfolgreiche Kooperation auf dem Bau nötig sind.
Andrea Wucher zählt zu jenen Frauen in der Schweizer Wirtschaft, die ihre berufliche Laufbahn nicht geradlinig geplant hat, sondern deren Karriere entlang von Herausforderungen gewachsen ist. Vielseitigkeit ist ihr Markenzeichen, kaum etwas ist ihr fremd. Sie bringt als Top-Führungskraft einen Erfahrungsschatz aus elf Branchen mit und hat diverse geschäftliche Tätigkeiten durchlaufen, von E- Business und Marketingleiterin für Energieunternehmen über den Handel von Strom und Gas bis zur Leiterin Kreditbewirtschaftung von Finanzunternehmen.
In einer Wirtschaftswelt, die sich immer stärker zwischen Digitalisierung, Fachkräftemangel und Nachhaltigkeitsdruck bewegt, gilt Andrea Wucher gilt als Managerin, die genau hinhört, bevor sie entscheidet – und die Entscheidungen dann konsequent umsetzt. Als Macherin vertritt sie die folgende These: «Im Bau musst du Probleme heute oder morgen lösen und kannst nicht in drei Wochen nochmals darüber diskutieren». Ihr Führungsstil basiert auf dem Prinzip Vertrauen und Delegieren, Wucher setzt auf die Expertise ihre Mitarbeitenden und fordert eine moderne Führungskultur, in der Leistung vor Hierarchie steht.
Skifahren und Golf
Ihre Karriere startete sie in der Luftfahrt. Sie begann mit 17 Jahren ihre Ausbildung als Luftverkehrsangestellte am Flughafen Zürich, später bildete sie sich weiter zur Flugverkehrsleiterin. Andrea Wucher stammt aus einer Unternehmerfamilie, sie hat betriebswirtschaftliches Handeln im Blut. Schon früh wurde sie dazu erzogen, Hand anzulegen und nicht nur Denkarbeit zu leisten. Es erstaunt deshalb nicht, dass für sie immer klar war, nach der Schule eine praktische Berufsausbildung zu absolvieren. Dabei blieb es nicht. Es folgte ein Studium der Wirtschaftsinformatik und eine Executive MBA in Unternehmerführung am Managementzentrum der Fachhochschule Bern.
Heute ist die Unternehmerin in verschiedenen Branchen aktiv. So beispielsweise im Metallbau in Österreich, im Aluminium- und Stahlbereich in der Slowakei, in der Unternehmensberatung oder beim Erfüllen mehrerer Verwaltungsratsmandate wie bei der Messepark Bern AG, der Tourismusorganisation Made in Bern, dem Flughafen Bern, evenjo (Live-Kommunikation) oder der AVAG Umwelt.
Wie bringt sie alle die komplexen Anforderungen im Berufsalltag unter einen Hut? Um zur Ruhe zu kommen, schaltet sie häufig Meditationsübungen ein, Abschalten gelingt ihr im Winter beim Skifahren und im Sommer auf Golfplätzen.