Freitag, 06.02.2026

Bestehende Bauten ersetzen oder umbauen

Gebäude erneuern, aufstocken oder umnutzen: Mit diesen Lösungen könnten Tausende Wohnungen relativ rasch gebaut werden.

Die Schweiz wächst – und mit ihr ändern sich die Wohnbedürfnisse. Heute braucht es mehr kleine Wohnungen mit ein bis zwei Zimmern. Gründe sind mehr Studierende, spätere Zusammenzüge von Liebespaaren, mehr Witwer/Witwen und mehr Scheidungen. Viele ältere Gebäude sind jedoch auf Familien ausgerichtet und passen nicht mehr zu den heutigen Anforderungen. Ein Ersatzneubau kann deshalb ökonomisch, ökologisch und gesellschaftlich sinnvoll sein. Laut der Stadt Zürich entstehen 161 neue Wohnungen, wenn man 100 alte ersetzt. Neue Gebäude nutzen den Platz besser: Die Wohnfläche verdoppelt sich, und die Belegung steigt um rund 90 Prozent – ohne Verlust an Wohnqualität. So hilft der Ersatzneubau deutlich gegen den Wohnungsmangel.

Würden alle Mehrfamilienhäuser um ein Geschoss erhöht, entständen 744 000 neue Wohnungen.

Umnutzung von Bürogebäuden

Wenn ein Ersatzneubau nicht möglich ist, kann eine Aufstockung eine Lösung sein. Würden alle Mehrfamilienhäuser in der Schweiz um ein Geschoss erhöht, könnten theoretisch 744 000 neue Wohnungen entstehen. In der Praxis ist diese Zahl tiefer, weil technische Gegebenheiten wie Statik oder die Tragfähigkeit des Untergrunds Grenzen setzen. Aber zumindest rechtliche Hürden könnten Gemeinden und Kantone oft anpassen. Zusätzlich steckt Potenzial in der Umnutzung von Bürobauten. Viele stehen leer. Laut Wüest und Partner eignen sich 20 Prozent der Bürogebäude für den Umbau zu Wohnungen. So könnten rund 100 000 neue Wohnungen entstehen. Betrachtet man jedoch nur die jüngsten Ausschreibungen, fällt das realistische Potenzial etwas tiefer aus.