Autonomer Raupenbagger im Testbetrieb
Die Kibag beschreitet neue Wege und testet seit einigen Monaten einen der ersten vollautonom arbeitenden Bagger im realen Einsatz. Ein erstes Fazit fällt positiv aus.
Von Weitem sieht in der Kiesgrube Tuggen alles aus wie immer. Und auch der Bagger, der dort einen Graben aushebt, unterscheidet sich aus der Ferne nicht von anderen Modellen. Erst wenn man näher herantritt, erkennt man den Unterschied: Auf dem Bagger der Marke Develon befindet sich kein Maschinist, der das Gerät steuert. Möglich macht dies eine neuartige Steuerung des ETH-Spin-offs Gravis Robotics. Kibag testete den vollautonom arbeitenden Bagger in einer realen Umgebung, aber gut gesicherten Bauumgebung. Die Aufgabe für den Bagger lautete, selbständig einen 150 Meter langen, 17 Meter breiten und 3 Meter tiefen Graben auszuheben. Dies autonom, also ohne Fernsteuerung oder Maschinist.
«Wir möchten beweisen, dass Raupenbagger mit einer autonomen Steuerung tatsächlich in der realen Bauwelt eingesetzt werden können und sicher und effizient arbeiten», sagt CEO Christoph Duijts. «Es ist klar, dass die Einsatzmöglichkeiten anfangs noch limitiert sind und komplexere Aufgaben kaum bewältigt werden können. Wenn wir aber ein oder zwei einfache Anwendungsgebiete finden, die wirtschaftlich interessant sind, haben wir bereits viel erreicht.» Er fügt hinzu, dass sich Maschinisten keine Sorgen machen müssen, vollautonome Bagger sollen nicht Mitarbeitende ersetzen, sondern monotone Arbeiten ausführen und den Fachkräftemangel lindern.
Der Testbetrieb verlief erfolgreich, zeigte aber auch Tücken auf. So war die Programmierung der Steuerung aufwändiger als gedacht. Das Fazit fällt dennoch positiv aus, denn auf beiden Seiten – also bei der KIBAG wie auch bei Gravis – konnten wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Nebst dem autonomen Bagger testet die KIBAG auch andere Anwendungen und prüft die verschiedensten Lösungen. Auf diesem Gebiet wird in den folgenden Monaten und Jahren also noch einiges passieren.